Von Arminius zur Neuen Rechten:
Germanenrezeption zwischen Narrativen, Forschung und Extremismus – rechtsextreme Narrative erkennen, einordnen und ihnen begegnen
Geschichte ist nicht neutral: Bilder von „den Germanen“ und der Varusschlacht wurden über Jahrhunderte immer wieder neu gedeutet und politisch genutzt. Auch die Neue Rechte greift auf diese Narrative zurück. Die Fortbildung fragt, wie solche Geschichtsbilder entstehen, welche Rolle aktuelle Forschung spielt – und wie Lehrkräfte mit ihrer rechtsextremen und völkischen Instrumentalisierung umgehen können.
Die ganztägige Fortbildung im Museum und Park Kalkriese widmet sich der wechselvollen Rezeptionsgeschichte der Varusschlacht und des Germanenbildes von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie historische Narrative entstehen, verändert und für politische Zwecke vereinnahmt werden können.
Ausgehend von der historischen Rezeption der Germanen setzen sich die Teilnehmenden zunächst mit unterschiedlichen Germanenbildern und ihrer Entstehung auseinander. Ein Besuch der aktuellen Sonderausstellung bietet anschließend Einblicke in den heutigen wissenschaftlichen Forschungsstand zur Varusschlacht und ihrer historischen Einordnung.
Im Anschluss beleuchtet Karl Banghard, Direktor des Freilichtmuseums Oerlinghausen, die Vereinnahmung der Germanen durch die Neue Rechte. Dabei geht es um die Frage, welche historischen Bilder und Narrative aufgegriffen werden, welche Bedeutung sie für rechtsextreme Weltbilder haben und wie historische Themen dadurch politisch aufgeladen werden.
Den Abschluss bildet ein praxisorientierter Workshop mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Niedersachsen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Handlungsmöglichkeiten für den schulischen Alltag: Wie lassen sich völkische und rechtsextreme Vereinnahmungsversuche erkennen? Wie kann ihnen angemessen begegnet werden? Und welche Handlungsspielräume haben Lehrkräfte im Umgang mit entsprechenden Gruppen, Positionen und Narrativen?
Die Fortbildung verbindet damit historische Reflexion, aktuelle Forschung und praktische Handlungskompetenz. Sie richtet sich an Lehrkräfte, Referendar:innen und Lehramtsstudierende aller Schulformen und möchte dazu beitragen, historische Narrative kritisch zu hinterfragen und einen reflektierten Umgang mit rechtsextremen und völkischen Geschichtsbildern zu stärken.
Programm
- Einführung in die Rezeptionsgeschichte der Germanen und der Varusschlacht
- Besuch der aktuellen Sonderausstellung und Einblicke in den wissenschaftlichen Forschungsstand
- Vortrag von Karl Banghard zur Vereinnahmung der Germanen durch die Neue Rechte
- Praxisworkshop mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Niedersachsen
- Entwicklung konkreter Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit völkischen und rechtsextremen Positionen im schulischen Kontext
Zielgruppe: Lehrkräfte, Referendar:innen und Lehramtsstudierende aller Schulformen
Teilnahme: Die Fortbildung ist für Lehrkräfte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hamburg anerkannt. Eine Teilnahmebescheinigung wird ausgestellt.
Teilnehmerzahl: maximal 40 Personen
Anmeldeschluss: 15. Januar 2027
Die Anmeldung ist direkt per Mail bei Stephanie Böcker möglich.