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ICH GERMANICUS! Feldherr Priester Superstar

Die Varusschlacht war nur der Anfang. Wenige Jahre danach schlug Rom mit aller Macht zurück. Erst in den Jahren 14–16 n. Chr. sollte sich entscheiden, ob Germanien bis zur Elbe römisch wird oder nicht. Vor 2000 Jahren kehrten die Römer an den Ort der Varusschlacht zurück; vor 2000 Jahren wurden die Weichen für die weitere Entwicklung Nordwestdeutschlands gestellt.

FELDHERR >> Acht Legionen, rund ein Drittel der gesamten römischen Streitmacht, führte Germanicus nach Germanien. Sein Ehrenname »Germanicus« war Programm: Germanien bezwingen. Sein Ziel: die mit der Varusschlacht verloren gegangenen Gebiete zwischen Rhein und Elbe erneut Rom zu unterwerfen. Mit großer Härte und unter hohen Verlusten kämpften die Römer in Germanien. Doch abermals konnten sie sich nicht durchsetzen – und zogen sich nun endgültig zurück.

PRIESTER >> Im Jahre 15 n. Chr. kam Germanicus mit seinen Truppen an den Ort der Varusschlacht. Ihnen bot sich ein erschütterndes Bild: Das Schlachtfeld war übersät mit den Toten der Schlacht. Germanicus war einer der höchsten Priester Roms; es war seine Aufgabe, den Willen der Götter zu erkunden. Und er ließ die Toten bestatten. Einige dieser Gräber wurden in Kalkriese aufgefunden. Sie liefern heute den einzigen authentischen Nachweis der Feldzüge des Germanicus.

SUPERSTAR >> Germanicus war eine schillernde Person: schön, erfolgreich und charismatisch. Die Soldaten und auch das römische Volk liebten ihn. Allein der menschenscheue Kaiser wahrte die Distanz. Germanicus siegte mit seinem Wagengespann bei Olympia, er war ein gefeierter Kriegsheld, er war ein Dichter, er war ein Familienmensch. Bei seinem frühen und mysteriösen Tod verfiel das Reich in eine allgemeine Trauerhysterie. Die Germanen zu bezwingen, blieb ihm verwehrt.