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Museumsblog

Ein Blick hinter die Kulissen - Ausstellungsaufbau

15. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Restauratorin Christiane Matz gibt Einblicke in den Leihverkehr

"Das Aufgabenfeld eines Restaurators ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Ein Bereich, der mir sehr gut gefällt und Freude bereitet, ist der Leihverkehr.

Betrachtet man die ganze Angelegenheit aus konservatorischer Sicht, dürfte das nicht so sein. Denn Leihverkehr bedeutet, dass Objekte auf Reisen gehen. Und jede Bewegung stellt eine potentielle Gefahr für sie dar. Sie werden aus den Vitrinen oder dem Magazin geholt, verpackt, transportiert, ausgepackt, ausgestellt, wieder eingepackt, transportiert und wieder ausgepackt. Die Objekte können einen Klimaschock bekommen, durch Erschütterungen beim Transport zerbrechen oder schlimmstenfalls beim Handling beschädigt werden. Manches erkennt man sofort, andere Veränderungen treten erst nach einem gewissen Zeitraum auf. Es gibt Ausstellungstücke, die weniger empfindlich sind, und solche, die man aufgrund ihres Zustandes gar nicht ausleiht.

Die Anzahl der Sonderausstellungen ist nicht gering. So meldete der Deutsche Museumsbund für 2017 8.765 Sonderausstellungen. Viele Museen bieten in Ergänzung zu ihren Dauerausstellungen auch immer mehr Sonderausstellungen an. So zeigen wir seit 2009 (Errichtung des neuen Besucherzentrums mit Sonderausstellungsfläche) pro Jahr eine Sonderausstellung. Und seit 2013 touren wir mit der von uns konzipierten Wanderausstellung BODENSCHÄTZE durch Deutschland. 

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Römische Gaumenfreude III

12. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Hallo, ich bin es wieder: Claudia, die Gästeführerin.
Kochen wie die alten Römer! Schmeckt das denn? Ich habe es ausprobiert und finde schon.

Historische Texte geben eine Antwort darüber, was die Römer an Obst- und Gemüsesorten angebaut haben. Die Texte stammen von den antiken Autoren Vergilius, Cato, Columella, Pliniusmaior und Marcus Gravius Apicius, von dem auch ein Kochbuch überliefert ist. Damals gab es noch keine Pasta, Pizza, Tomaten, Kartoffeln und Zucker, aber man verfeinerte die Speisen mit Honig, verschiedenen Kräuter und Gewürzen.

Ein Gewürz stelle ich kurz vor, denn es kam und kommt in fast jedes Rezept: Liquamen.
Das ist eine Fischsauce, die zum Würzen in der römischen antiken Küche benutzt wurde. In großen Becken wurden Fische einschließlich Eingeweiden mit Salz vermischt und mehrere Wochen der Sonne ausgesetzt. Dabei wurde das Fischeiweiß durch Enzyme abgebaut. Dann wurde es ausgepresst, mehrmals gefiltert und ergab eine Flüssigkeit. Die Herstellung war sehr geruchsintensiv, weswegen die Produktionsstätten außerhalb der Ortschaften lagen.

Ich verwende eine asiatische Fisch- und Austernsauce, die es in einem gut sortierten Supermarkt gibt.

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Römische Gaumenfreude II

06. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Hallo, ich bin es wieder: Claudia, die Gästeführerin.
Es gibt wieder ein neues Rezept, aber vorher erzähle ich etwas über meinen Namen.

Wie schon im ersten Blog erwähnt, ist der Name Claudia schon sehr, sehr alt. Die erste Frau von Oktavian, dem späteren Kaiser Augustus, trug diesen Namen. Als er sie zur Frau nahm, war sie gerade erst 12 Jahre alt, aber somit im heiratsfähigen Alter. Relativ schnell verließ er sie wieder und da soll sie noch jungfräulich gewesen sein. Darüber hinaus ist nichts mehr über sie bekannt. Ja, so war das im antiken Rom, aber nun zum Rezept:

Aliter Patina De Asparagis (Spargelauflauf) - Zutaten für 2 Personen
•    500 g Spargel
•    Frische Kräuter (Liebstöckel, Koriander und Bohnenkraut)
•    ½ Zwiebel, Salz und Pfeffer
•    ½ - 1,5 Tl. Liquamen (asiatische Austern/Fischsauce, lieber sparsam dosieren)
•    Olivenöl

Den Spargel schälen, in 5 cm Stücke schneiden und in Salzwasser weich dünsten.
In der Zwischenzeit Zwiebel und Kräuter hacken, Eier verquirlen und mit der Zwiebel, Kräutern, Salz, Pfeffer und Fischsauce verrühren. Den Spargel abgießen (Tipp: den Fond auffangen und eine Spargelsuppe daraus kochen), alles vermengen und in eine mit Olivenöl gefettete Form geben und bei 200 Grad ca. 30 Min überbacken lassen.

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Römische Gaumenfreude I

06. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Mein Name ist Claudia Langer-Huge und in Kalkriese bin ich als Gästeführerin unterwegs. Den Gästen und MuseumsbesucherInnen, die eine Führung mit mir begleiten, kennen mich oftmals nur als Claudia. So kommt die passende Stimmung auf, denn der Vorname ist ja tatsächlich römisch und war im Altertum zudem sehr beliebt.
Als gelernte Hotelfachfrau liegt mir das Essen sehr am Herzen, weswegen ich in der Corona Zeit ein paar Rezepte aus der römischen Antike ausprobierte. Ich nasche sehr gerne und aus diesem Grund beginne ich mit dem Rezept für eine römische Nachspeise:

Globuli (Quark/Mohnbällchen) - kleine Portion, ca. 15 Stück
•    100 g Mascarpone
•    150 g Dinkel oder Weizengrieß
•    Olivenöl
•    Honig und Mohn zum Bestreuen

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Aus dem Alltag einer Gästeführerin Teil 5

28. April 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Viele Menschen haben einen Lieblingsplatz. Sei es das Café um die Ecke, die bestimmte Bank am Wanderweg oder gleich eine ganze Stadt: unsere Gästeführerin Bianka Grauert hat sich Gedanken über ihren ganz persönlichen Lieblingsplatz gemacht:

"Vor ein paar Tagen wurde im Regionalfernsehen ein Beitrag über Lieblingsplätze gesendet. Verschiedene Personen stellten in einem kleinen Video im Laufe einer Woche ihren Lieblingsplatz vor. Da war zum Beispiel der Holzschnittkünstler zu sehen, der einen Blick auf seinen Balkon gewährte, auf dem er gerne mit einem Glas Wein und einem Pfeifchen entspannt und dabei auf einen Fluss hinunter blickt. 

Dieser Beitrag führte dazu, dass ich darüber nachdachte, welches mein Lieblingsplatz sei.

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Aus dem Alltag einer Gästeführerin Teil 4

28. April 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

GästeführerInnen haben einen sehr abwechslungsreichen Alltag - man weiß nie, wer zur gebuchten Führung kommt! So ist es jedes Mal eine kleine Überraschung, auf die man nicht immer vorbereitet sein kann... Heute erzählt Ulrike Brake von einem ganz besonderen Besucher:

"Wir GästeführerInnen haben bei unseren Führungen immer wieder interessante Erlebnisse. Wir treffen auf verschiedenste Menschen und wissen nie genau, was uns erwartet. Mit der Zeit intensiviert man jedoch seine Menschenkenntnis, so dass man schon in den ersten Minuten einer Führung feststellt, was einen - wahrscheinlich - erwartet. Immer wieder herrlich zu beobachten ist das Gefüge in den Schulklassen. Grundsätzlich ist auf den ersten Blick zu erkennen, ob die Gruppe sich auf einer Klassenfahrt befindet. Denn dann erwarten die GästeführerInnen bunt gekleidete kleine Menschen – ganz offensichtlich hat kein bemühtes Mutterherz die Kleiderwahl beaufsichtigt - mit übernächtigten Gesichtern. So mancher Junge hat des Nächtens Nagellack verpasst bekommen oder eine pinke Haarsträhne von seinen allzu kreativen Mitschülerinnen.

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Digitalisierung in der Archäologie

15. April 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Das Magazin

Lukas Lammers, Werksstudent in der Sammlung, gibt heute einen kleinen Einblick in seine Arbeit:

Digitalisierung ist heute überall ein ständiges Thema. In beinahe allen Berufen, im Verkehr und im Privaten werden neue Medien und Technologien immer stärker eingesetzt und entwickeln sich weiter.

Auch an der Archäologie und dem Museumsbetrieb geht dieser Fortschritt natürlich nicht vorbei. Ein Museumsbesucher sieht davon nichts, aber hier gibt es nun einen kleinen Einblick in das Digitalisierungsprojekt unserer archäologischen Sammlung.

Seit 1989 werden in Kalkriese Ausgrabungen durchgeführt. Zunächst kümmerte sich die Stadtarchäologie Osnabrück um die Funde, bis das Projekt mehr und mehr eigenständig wurde. Über die Jahrzehnte haben sich ca. 3700 römische Funde in unserem Magazin angesammelt. Die schönsten davon sind in der Ausstellung zu sehen. Hinzu kommen etwa 3300 Funde, die römisch sein könnten, 500 frühgeschichtliche Funde und zahlreiche mittelalterliche und neuzeitliche Funde. Dabei sind dies nur die Metallfunde. In einem weiteren Magazin lagern Keramik, Knochen, Feuerstein und Bodenproben.

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Aus dem Alltag einer Gästeführerin Teil 3

25. März 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Das Angebot an Führungen hat sich im Laufe der Zeit so vergrößert, dass für jeden Einzelbesucher und jede Gruppe, egal welchen Alters etwas dabei sein müsste und wir Gästeführer/innen manchmal sogar den Überblick verlieren. Das wird besonders deutlich, wenn wir mal wieder unsere Kreuze auf einem eng beschriebenen beidseitig bedruckten DinA4-Bogen mit Führungen machen sollen und der eine oder andere sich ratlos fragt, was sich hinter manchen Bezeichnungen für Führungen wohl verbirgt. Denn nicht jeder macht alles. Beim Kochen, Basteln und mit Schülern durch den Park marschieren sind außer den rhetorischen Talenten auch praktische, künstlerische, sportliche und natürlich pädagogische Talente gefragt. Da meine praktischen Fähigkeiten begrenzt sind, reiße ich mich weder ums Kochen noch ums Legionärszelt aufbauen, bin allerdings sehr stolz, wenn es dann doch geklappt hat.

Heute möchte ich von zwei Führungsformaten berichten, die sehr unterschiedlich sind, aber beide sehr viel Spaß machen.

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Wissenschaft hautnah - Praktikum im Museum

24. März 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Finja Neumann und Katrin Habben

Bereits zum zweiten Mal in Folge konnten wir im letzten Jahr Schülerinnen vom Gymnasium Ulricianum Aurich bei uns begrüßen, die als Praktikantinnen mit einem Stipendium der Auricher Wissenschaftstage zwei Wochen unsere archäologische und museumspädagogische Arbeit begleiteten und unterstützten. Was sie dabei erlebt haben, schildern sie in einem Blogbeitrag: 

„Am Sonntag, den 06.10.2019 sind wir, Katrin Habben (GE903) und Finja Neumann (EN902), eine Stunde später als eigentlich geplant in Venne, Ostercappeln angekommen. In Venne wurden wir freundlich und hilfsbereit von den Vermietern unserer Ferienwohnung, die in den nächsten zwei Wochen unser Zuhause darstellte, empfangen.

Am Montag fuhren wir nach dem Frühstück mit dem Fahrrad ins vier Kilometer entfernte Kalkriese. In dem kleinen Ort bei Bramsche durften wir dank der Auricher Wissenschaftstage unser zweiwöchiges Praktikum verbringen. Für uns war es ungewohnt, in einer bergigen Landschaft Fahrrad zufahren. Als wir beim Varusschlacht-Museum ankamen, wurden wir herzlich in Empfang genommen und zu der archäologischen Grabungsstelle geführt. Während des kurzen Fußmarsches in den Park erhielten wir schon einige wichtige Informationen rund um den Park und das Museum. Im Park des Geländes wird seit fast 30 Jahren nach Beweisen der Theorie gesucht, dass an dieser Stelle die Varusschlacht von vor über 2.000 Jahren zwischen Germanen und Römern stattgefunden hat.

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Ordnung ist das halbe Leben! - Aus dem Leben einer Wissenschaftlerin

25. Februar 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Wer kennt nicht das Sprichwort „Ordnung ist das halbe Leben“?

Spätestens als Teenager hat jeder von uns diesen Spruch von seinen Eltern schon einmal gehört, wenn es darum ging das Kinderzimmer aufzuräumen. Und mit Sicherheit haben die meisten von uns mit den Augen gerollt und „Ja, ja.“ geantwortet. Denn uns war klar, das ist mit Arbeit verbunden und macht keinen Spaß. Doch wenn man dann auf einmal die lange vermisste Kassette oder ein bereits vergessenes Foto wiedergefunden hat, wurde man auch an schöne Momente erinnert und obwohl man es nicht unbedingt gerne machte, bekam das Aufräumen somit einen Sinn.

Einige haben vielleicht sogar mit ihren Eltern diskutiert und erklärt, dass sie eine eigene Ordnung haben, dementsprechend immer alles finden würden und nicht aufräumen müssten, denn andern Falls würden sie selber ja nichts wiederfinden, da die Gegenstände nicht mehr an ihrem angestammten Platz zu finden seien. Wenn jedoch ein anderes Familienmitglied versucht hat im Kinderzimmer mit besagter „eigener Ordnung“ die vermisste Kassette wiederzufinden, wurde sie oder er meistens nicht fündig. Dies war in der Regel anders, wenn das Kinderzimmer aufgeräumt war.

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