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Museumsblog

Praktikumsbericht aus der Restaurierung

19. Juli 2021 | Museumsblog | 0 Kommentare

Nyah Klein, 15 Jahre

Nyah Klein ist Schülerin der Jahrgangsstufe 9 des Fürstenberg-Gymnasiums in Recke. Im Rahmen eines Praktikums hat sie eine Woche lang in der Restaurierung mitgearbeitet. Eins ihrer Projekte in dieser Zeit, das Erstellen eines Münzabgusses, beschreibt sie in einem Blogbeitrag:

"Mein Name ist Nyah Klein und ich habe mein Praktikum im Bereich Restaurierung, Design und Logistik hier am Museum absolviert. Ich war leider nur eine Woche hier, kann aber ausführlich von meinem ersten Abguss eines römischen Asses mit einem Gegenstempel des Feldherren Varus berichten.

Zunächst hat die Restauratorin Rebekka Kuiter mit mir zusammen die Münze begutachtet, welche zuvor bereits von ihrer Kollegin Christiane Matz restauriert worden ist. Danach habe ich einen passenden Ring aus Dentalwachs auf der Unterseite der Münze (welche Seite zunächst war egal) befestigt und einen quadratischen Dentalwachsrahmen um die Münze herum (mit 1cm Abstand zur Münze) auf eine lose Arbeitsfliese gelegt.

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Unser FSJler berichtet aus der Archäologie III

18. Mai 2021 | Museumsblog | 0 Kommentare

Unser FSJler berichtet aus der Archäologie III

Wenn ich in meinem Umfeld erwähne, dass ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Archäologie mache, werde ich oft gefragt, was ich denn schon so Schönes gefunden hätte. Und auch generell ist der Satz „Haben Sie denn schon Gold gefunden?“, wohl eine der meistgestellten Fragen, denen man sich als Archäologe stellen muss. Dabei kann etwas nicht zu finden eine genauso große wissenschaftliche Aussagekraft haben, wir sind schließlich keine Schatzjäger mit Fedora und Peitsche. Aber ich muss schon zugeben, dass als Kontrast zur braunen bis schwarzen Erde etwas Goldenes aufblitzen zu sehen durchaus seinen Reiz hat.

Doch konnten wir während meiner Projektgrabung überhaupt einen „verlorenen Schatz“ bergen und wie geht eine solche Unternehmung eigentlich vonstatten? Darum soll es in diesem und dem darauffolgenden Blogbeitrag gehen.

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Prospektion mit der Metallsonde

22. März 2021 | Museumsblog | 0 Kommentare

Eine Sisyphos-Aufgabe?

Die Prospektion mit der Metallsonde im Mutungsgebiet der Varusschlacht im Raum Kalkriese – Eine Sisyphos-Aufgabe?

Stephan Zeisler ist Prospektionstechniker im Varusschlacht-Museum und meistens draußen unterwegs. Was er dort genau macht, erläutert er in seinem Beitrag:

"Zugegeben: die ca. 55 km² des Mutungsgebietes der Varusschlacht komplett Zentimeter für Zentimeter mit der Metallsonde zu begehen wäre eine Lebensaufgabe! Jedoch muss man berücksichtigen, dass dieses Gebiet mitten im Lebensraum der heutigen Bewohner des Landstrichs liegt, inklusive sämtlicher Infrastrukturen. Zieht man überbaute Flächen, Privat- und Firmengrundstücke, Verkehrswege, Flüsse, Bäche und Gräben sowie weitere nicht begehbare Flächen ab, wird die Aufgabe schon machbarer, da hierdurch der Raum für die Begehung mit der Metallsonde erheblich reduziert wird. Es ist nicht mein Bestreben und auch nicht unbedingt notwendig, dass ich persönlich alle Flächen in diesem Terrain mit dem Metalldetektor erfasse. Unterstützt werde ich bei dieser Aufgabe von geschulten SondengängerInnen, die diese Aufgabe ehrenamtlich mit übernehmen. Somit schaffen wir gemeinsam durch eine nach und nach flächendeckende Oberflächenprospektion eine Grundlage, um ein möglichst genaues Bild der Ereignisse vor 2000 Jahren zu ergründen.

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Unser FSJler berichtet aus der Archäologie II

05. März 2021 | Museumsblog | 0 Kommentare

Nachdem sich Lion, unser FSJler, bereits im September in seinem ersten Beitrag vorgestellt hat, berichtet er heute über sein Projekt, das er während seiner Zeit im Varusschlacht-Museum realisieren wird:

"Als FSJler steht man vor so einigen spannenden Herausforderungen, doch ein passendes Projekt für diese 12 Monate zu finden, war wohl durchaus eine der größeren. Denn im Rahmen eines Freiwilligen Jahres gilt es, parallel zur Tätigkeit in der Einsatzstelle, ein Projekt zu planen, zu organisieren sowie durchzuführen. Und dabei sind einem eigentlich alle Freiheiten gegeben, was die Auswahl nicht unmittelbar vereinfacht. 

Wie sollte ich also die Archäologie, die Pädagogik und die Vermittlung unter einen Hut bekommen und dabei noch angemessen dokumentieren? In Absprache mit dem Grabungsleiter und dem Geschäftsführer konnte ich allerdings schnell eine geeignete Antwort auf diese Frage finden.

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Gästeführer:innen im Lockdown

15. Februar 2021 | Museumsblog | 0 Kommentare

Mein Name ist Henny Pfeffer, ich bin Gästeführerin und schreibe diesen Blockbeitrag jetzt im Februar im Lockdown. Ein Problem, das ich mit den meisten Leuten teile, ist …. die Menschen fehlen! 

Seit Monaten gibt es keine Führungen mehr, natürlich nicht, denn die Infektionszahlen lassen zu Recht kein Publikum im Museum zu. Im Sommer konnten mit den gebührenden Abstands- und Hygienevorschriften noch ganz fabelhafte Parkführungen durchgeführt werden, das geht im Lockdown selbstverständlich nicht mehr.

Die Menschen fehlen, Gruppen, die fein getaktet durch die Ausstellungen geführt wurden. Es kamen die unterschiedlichsten Gruppen: Freundeskreise, die vor Corona jedes Jahr gemeinsam einen kulturellen Ausflug machten, es kamen Betriebsausflüge, Familien, Vereine von unterschiedlichster Art, Gruppen aus der regionalen Nähe, aber auch Gäste von weit weg und natürlich die Schulklassen. 

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Eine Jahresbilanz – mit und trotz Corona

23. Dezember 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Eine Jahresbilanz – mit und trotz Corona

Das Jahr 2020 wird in Erinnerung bleiben. Es ist das Corona-Jahr, das uns mit vielen Einschnitten in unserem privaten und beruflichen Leben konfrontiert hat. Wenige Tage vor Weihnachten verzeichnen wir über 26.000 Menschen, die in diesem Jahr bislang an und mit Corona gestorben sind. Eine Zahl, die deutlich über den Verlusten liegt, die die Römer vor über 2000 Jahren in der Varusschlacht erlitten. Der römische Feldherr scheiterte an den widerständigen Germanen, am deutschen Wald, dem schlechten norddeutschen Wetter, letztlich aber auch an seiner Ignoranz, die ihm drohende Gefahr zu erkennen. Sein Gegner war sichtbar, unser heute nicht – doch tauschen wollen wir mit dem römischen Feldherrn natürlich nicht, denn verglichen mit ihm, geht es uns noch vergleichsweise gut.

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Der "Block-Blog" - Teil 4: Konservierung und Restaurierung

26. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Abb. 1: Herausnehmen von Fragmenten aus dem Block

Nachdem der Schienenpanzer-Block geborgen, ausgegraben und dokumentiert war, sollten die Objekte, das heißt die einzelnen Platten der römischen Rüstung, konserviert und restauriert werden. Ziel der Restaurierung ist natürlich die langfristige Stabilisierung des Schienenpanzers. Außerdem handelt es sich um ein wirklich einzigartiges Objekt, deshalb wollen wir den technischen Aufbau des Objekts so gut verstehen wir irgend möglich: Es muss geklärt werden, wie alle Einzelteile zusammenhängen; wo sitzen Scharniere, Lederriemen und eventuell Polstermaterialien? Außerdem soll der Panzer nach der Freilegung und Konservierung ausgestellt werden. 

Daher wurde als  Ziel der Restaurierung die vollständige Freilegung aller Metallteile angestrebt. Dabei sollte auch ein genaues Augenmerk auf eventuelle organische Reste gelegt werden.

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Der "Block-Blog" - Teil 3: Dokumentation

26. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Abb. 1: Fotografieren am Block

Für die Archäologie sind Ausgrabungen unerlässlich. Streng genommen ist allerdings jede Ausgrabung auch eine Zerstörung des Original-Befunds, denn bei einer Ausgrabung werden die archäologischen Bodenschichten nach und nach abgetragen und Bodenbefunde, wie zum Beispiel Pfostensetzungen oder Gruben, werden dabei notwendigerweise zerstört, indem sie ausgegraben werden. Aber auch entnommene Funde haben letztendlich keine Aussage, wenn zum Beispiel ihre Position nicht bekannt ist: Wenn nicht klar ist aus welcher Schicht ein Fund kommt, ist eine verlässliche Datierung schwierig und der Fundkontext nicht mehr zu deuten. Daher muss auf Grabungen dokumentiert werden, um so viele Informationen wie möglich festzuhalten.

Das gleiche gilt daher auch für Blockbergungen und für unseren Schienenpanzer-Block. Dessen Dokumentation sollte besonders sorgfältig und detailliert ausgeführt werden, weil es sich um ein so einmaliges Objekt handelt. Außerdem war schon anhand der CTs klar, dass die vielen kleinen Einzelfragmente der Platten gut dokumentiert werden mussten, damit ich sie später möglichst vollständig zusammensetzen konnte.

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Der "Block-Blog" - Teil 2: Archäologische Spurensuche

14. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Abb. 1: Transport der Blockbergung in die Werkstatt.

Die große Blockbergung kam nach dem Röntgen-CT in die Restaurierungswerkstatt. Dies stellte sich als schwierig heraus, denn der Block – mit Maßen von 125x100x65 cm – war eigentlich zu groß und schwer zu transportieren. Doch auch hierfür wurde eine Lösung gefunden: Der Block wurde mit einem Teleskopstapler durch ein großes Fenster transportiert und der Raum dahinter vorrübergehend zur einer Restaurierungswerkstatt umfunktioniert (Abb. 1).

Hier fand dann die eigentliche „Ausgrabung“ der Blockbergung statt, die ich als Restauratorin übernehmen durfte. Die Bearbeitung des Blocks ist dabei im Grunde eine „Ausgrabung im Kleinen“. Die Blockbergung wird Schicht für Schicht ausgegraben, wobei die einzelnen Zwischenzustände regelmäßig dokumentiert werden. Im Vergleich zur Ausgrabung im Freien kann man an der Blockbergung in der Werkstatt natürlich viel genauer dokumentieren, man kann bei Bedarf fragile Objekte sofort konservatorisch behandeln und bei den filigranen, teils sehr kleinteilig zerbrochenen Fragmenten des Schienenpanzers gewährleisten, dass keine Fragmente verloren gehen. 

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Der "Block-Blog" - Teil 1: Achtung, Schienenpanzer!

14. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Rebekka Kuiter, Restauratorin (Foto: Hermann Pentermann)

Rebekka Kuiter ist Restauratorin im Varusschlacht-Museum und mit der Freilegung des 2018 geborgenen Blocks betraut. In der Museumsblog-Reihe „Der Block-Blog“ gibt sie Einblicke in ihre spannende Arbeit  - von der Bergung bis zur vollständigen Restaurierung:

„Wer die neuesten Nachrichten aus Kalkriese verfolgen konnte, hat es sicherlich schon mitbekommen: Auf dem Kalkrieser Oberesch wurde ein Schienenpanzer gefunden. Dieser ist nicht nur annähernd vollständig erhalten, sondern auch besonders alt: Ein Sensationsfund! Doch wie kam es überhaupt dazu, und was wissen wir bisher über den Schienenpanzer?

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