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Unser FSJler berichtet aus der Archäologie II

05. März 2021 | Museumsblog | 0 Kommentare

Nachdem sich Lion, unser FSJler, bereits im September in seinem ersten Beitrag vorgestellt hat, berichtet er heute über sein Projekt, das er während seiner Zeit im Varusschlacht-Museum realisieren wird:

"Als FSJler steht man vor so einigen spannenden Herausforderungen, doch ein passendes Projekt für diese 12 Monate zu finden, war wohl durchaus eine der größeren. Denn im Rahmen eines Freiwilligen Jahres gilt es, parallel zur Tätigkeit in der Einsatzstelle, ein Projekt zu planen, zu organisieren sowie durchzuführen. Und dabei sind einem eigentlich alle Freiheiten gegeben, was die Auswahl nicht unmittelbar vereinfacht. 

Wie sollte ich also die Archäologie, die Pädagogik und die Vermittlung unter einen Hut bekommen und dabei noch angemessen dokumentieren? In Absprache mit dem Grabungsleiter und dem Geschäftsführer konnte ich allerdings schnell eine geeignete Antwort auf diese Frage finden.

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Gästeführer:innen im Lockdown

15. Februar 2021 | Museumsblog | 0 Kommentare

Mein Name ist Henny Pfeffer, ich bin Gästeführerin und schreibe diesen Blockbeitrag jetzt im Februar im Lockdown. Ein Problem, das ich mit den meisten Leuten teile, ist …. die Menschen fehlen! 

Seit Monaten gibt es keine Führungen mehr, natürlich nicht, denn die Infektionszahlen lassen zu Recht kein Publikum im Museum zu. Im Sommer konnten mit den gebührenden Abstands- und Hygienevorschriften noch ganz fabelhafte Parkführungen durchgeführt werden, das geht im Lockdown selbstverständlich nicht mehr.

Die Menschen fehlen, Gruppen, die fein getaktet durch die Ausstellungen geführt wurden. Es kamen die unterschiedlichsten Gruppen: Freundeskreise, die vor Corona jedes Jahr gemeinsam einen kulturellen Ausflug machten, es kamen Betriebsausflüge, Familien, Vereine von unterschiedlichster Art, Gruppen aus der regionalen Nähe, aber auch Gäste von weit weg und natürlich die Schulklassen. 

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Eine Jahresbilanz – mit und trotz Corona

23. Dezember 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Eine Jahresbilanz – mit und trotz Corona

Das Jahr 2020 wird in Erinnerung bleiben. Es ist das Corona-Jahr, das uns mit vielen Einschnitten in unserem privaten und beruflichen Leben konfrontiert hat. Wenige Tage vor Weihnachten verzeichnen wir über 26.000 Menschen, die in diesem Jahr bislang an und mit Corona gestorben sind. Eine Zahl, die deutlich über den Verlusten liegt, die die Römer vor über 2000 Jahren in der Varusschlacht erlitten. Der römische Feldherr scheiterte an den widerständigen Germanen, am deutschen Wald, dem schlechten norddeutschen Wetter, letztlich aber auch an seiner Ignoranz, die ihm drohende Gefahr zu erkennen. Sein Gegner war sichtbar, unser heute nicht – doch tauschen wollen wir mit dem römischen Feldherrn natürlich nicht, denn verglichen mit ihm, geht es uns noch vergleichsweise gut.

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Der "Block-Blog" - Teil 4: Konservierung und Restaurierung

26. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Abb. 1: Herausnehmen von Fragmenten aus dem Block

Nachdem der Schienenpanzer-Block geborgen, ausgegraben und dokumentiert war, sollten die Objekte, das heißt die einzelnen Platten der römischen Rüstung, konserviert und restauriert werden. Ziel der Restaurierung ist natürlich die langfristige Stabilisierung des Schienenpanzers. Außerdem handelt es sich um ein wirklich einzigartiges Objekt, deshalb wollen wir den technischen Aufbau des Objekts so gut verstehen wir irgend möglich: Es muss geklärt werden, wie alle Einzelteile zusammenhängen; wo sitzen Scharniere, Lederriemen und eventuell Polstermaterialien? Außerdem soll der Panzer nach der Freilegung und Konservierung ausgestellt werden. 

Daher wurde als  Ziel der Restaurierung die vollständige Freilegung aller Metallteile angestrebt. Dabei sollte auch ein genaues Augenmerk auf eventuelle organische Reste gelegt werden.

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Der "Block-Blog" - Teil 3: Dokumentation

26. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Abb. 1: Fotografieren am Block

Für die Archäologie sind Ausgrabungen unerlässlich. Streng genommen ist allerdings jede Ausgrabung auch eine Zerstörung des Original-Befunds, denn bei einer Ausgrabung werden die archäologischen Bodenschichten nach und nach abgetragen und Bodenbefunde, wie zum Beispiel Pfostensetzungen oder Gruben, werden dabei notwendigerweise zerstört, indem sie ausgegraben werden. Aber auch entnommene Funde haben letztendlich keine Aussage, wenn zum Beispiel ihre Position nicht bekannt ist: Wenn nicht klar ist aus welcher Schicht ein Fund kommt, ist eine verlässliche Datierung schwierig und der Fundkontext nicht mehr zu deuten. Daher muss auf Grabungen dokumentiert werden, um so viele Informationen wie möglich festzuhalten.

Das gleiche gilt daher auch für Blockbergungen und für unseren Schienenpanzer-Block. Dessen Dokumentation sollte besonders sorgfältig und detailliert ausgeführt werden, weil es sich um ein so einmaliges Objekt handelt. Außerdem war schon anhand der CTs klar, dass die vielen kleinen Einzelfragmente der Platten gut dokumentiert werden mussten, damit ich sie später möglichst vollständig zusammensetzen konnte.

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Der "Block-Blog" - Teil 2: Archäologische Spurensuche

14. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Abb. 1: Transport der Blockbergung in die Werkstatt.

Die große Blockbergung kam nach dem Röntgen-CT in die Restaurierungswerkstatt. Dies stellte sich als schwierig heraus, denn der Block – mit Maßen von 125x100x65 cm – war eigentlich zu groß und schwer zu transportieren. Doch auch hierfür wurde eine Lösung gefunden: Der Block wurde mit einem Teleskopstapler durch ein großes Fenster transportiert und der Raum dahinter vorrübergehend zur einer Restaurierungswerkstatt umfunktioniert (Abb. 1).

Hier fand dann die eigentliche „Ausgrabung“ der Blockbergung statt, die ich als Restauratorin übernehmen durfte. Die Bearbeitung des Blocks ist dabei im Grunde eine „Ausgrabung im Kleinen“. Die Blockbergung wird Schicht für Schicht ausgegraben, wobei die einzelnen Zwischenzustände regelmäßig dokumentiert werden. Im Vergleich zur Ausgrabung im Freien kann man an der Blockbergung in der Werkstatt natürlich viel genauer dokumentieren, man kann bei Bedarf fragile Objekte sofort konservatorisch behandeln und bei den filigranen, teils sehr kleinteilig zerbrochenen Fragmenten des Schienenpanzers gewährleisten, dass keine Fragmente verloren gehen. 

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Der "Block-Blog" - Teil 1: Achtung, Schienenpanzer!

14. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Rebekka Kuiter, Restauratorin (Foto: Hermann Pentermann)

Rebekka Kuiter ist Restauratorin im Varusschlacht-Museum und mit der Freilegung des 2018 geborgenen Blocks betraut. In der Museumsblog-Reihe „Der Block-Blog“ gibt sie Einblicke in ihre spannende Arbeit  - von der Bergung bis zur vollständigen Restaurierung:

„Wer die neuesten Nachrichten aus Kalkriese verfolgen konnte, hat es sicherlich schon mitbekommen: Auf dem Kalkrieser Oberesch wurde ein Schienenpanzer gefunden. Dieser ist nicht nur annähernd vollständig erhalten, sondern auch besonders alt: Ein Sensationsfund! Doch wie kam es überhaupt dazu, und was wissen wir bisher über den Schienenpanzer?

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Eisen - die Königsdisziplin der Restaurierung

11. Oktober 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

3. Europäischer Tag der Restaurierung

Schnitt durch ein Eisenobjekt vor der Restaurierung. Hohlkorrodiert mit innerer Korrosionsschicht, Magnetitschicht und Konglomeratschicht

Restauratorin Christiane Matz schreibt zum 3. Tag der Restaurierung über den Umgang mit Eisen:

"Das Faszinierende am Fachbereich der Restaurierung von Archäologischem Kulturgut im Gegensatz zu anderen Sparten ist, dass die zu bearbeitenden Artefakte sämtliche Materialgruppen umfassen. Zum einen gibt es die organischen Materialien, wie Holz, Leder, Knochen und Textilien, und zum anderen die anorganischen, wie Glas und Keramik. Und es gibt die Gruppe der Metalle: Gold, Silber, Kupferlegierungen und Eisen.

Aufgrund der Bodenbeschaffenheit am Fundplatz in Kalkriese liegen überwiegend Funde aus Metall vor. Auf dem Oberesch haben wir einen Sandboden / Podsol mit Eschauftrag (daher der Name Oberesch). Ein Sandboden ist in seiner Beschaffenheit sehr locker und gut durchlässig für Wasser und Sauerstoff, was die Zersetzung von Organik begünstigt. Zudem weist Podsol einen sehr niedrigen pH-Wert auf, er ist also sauer.

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Mein Praktikum in der Restaurierung

07. September 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Hallo, ich heiße Jule und studiere derzeit im fünften Semester im Studiengang Konservierung und Restaurierung von Archäologisch-Historischem Kulturgut an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, auch gerne einfach abgekürzt KRG/AHK. Im Rahmen des Studiums befinde ich mich derzeit im Praxissemester, wodurch ich die Chance habe drei Monate (hoffentlich sogar länger) an der Seite des Museumsteams in der Restaurierungsabteilung zu arbeiten.

Das Praxissemester ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Studiums, welches sich besonders durch den hohen Praxisanteil auszeichnet. Zur Vorbereitung auf das Studium ist ein 12-monatiges Vorpraktikum in einer Restaurierungseinrichtung Pflicht, das grundlegende Kenntnisse und handwerkliche Techniken vermittelt, die im Studium erforderlich sind. Diese Praxiserfahrungen werden während des Studiums natürlich ausgebaut und erweitert, vor allem aber durch theoretisches Wissen zur Beschaffenheit des Materials, Behandlungsmethoden sowie Verfallsmechanismen ergänzt.
Mein Weg zum Praktikum hier in der Restaurierungsabteilung des Museums und Parks Kalkriese hat somit bereits vor dem Studium begonnen.

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Unser FSJler berichtet aus der Archäologie I

01. September 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Lion Knirsch an seinem neuen Arbeitsplatz

Lion Knirsch hat im August sein Freies Soziales Jahr (kurz FSJ) bei uns begonnen. Aus Obernkirchen (Schaumburg) ist er nach Bramsche gezogen und wird uns die nächsten 12 Monate in der Archäologie unterstützen und auch ein eigenes Projekt durchführen. In seinem ersten Blogbeitrag schildert Lion, wie er zu uns gekommen ist:

 „Quintili Vare, legiones redde!“  (Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!), so oder so ähnlich waren wohl die Worte des damaligen Kaisers Augustus, als im Jahr 9 n. Chr. Teile von drei römischen Legionen unter dem Feldherr Publius Quinctilius Varus von einigen im Barbaricum lebenden Stämmen vernichtend geschlagen wurden. Wie auch Augustus sich nun fragen musste, wie es weitergeht, so war auch ich gezwungen mich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie meine berufliche Zukunft einmal aussehen soll.
Denn da war ich nun, nach 10 Jahren Schule und unzähligen Klausuren und Tests, und die Antwort auf diese Frage fiel mir gar nicht so einfach, schließlich, so dachte ich, beeinflusst diese Entscheidung mein ganzes restliches Leben. Dennoch war ich mir in einer Sache sicher: ich wollte studieren und wenn möglich sollte es ein Studiengang mit historischem Schwerpunkt sein, denn das Verständnis über unsere Vergangenheit und unsere daraus resultierende Zukunft war für mich immer ein sehr faszinierender Prozess, den ich in all seinen Facetten begreifen möchte.

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