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Der "Block-Blog" - Teil 4: Konservierung und Restaurierung

26. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Abb. 1: Herausnehmen von Fragmenten aus dem Block

Nachdem der Schienenpanzer-Block geborgen, ausgegraben und dokumentiert war, sollten die Objekte, das heißt die einzelnen Platten der römischen Rüstung, konserviert und restauriert werden. Ziel der Restaurierung ist natürlich die langfristige Stabilisierung des Schienenpanzers. Außerdem handelt es sich um ein wirklich einzigartiges Objekt, deshalb wollen wir den technischen Aufbau des Objekts so gut verstehen wir irgend möglich: Es muss geklärt werden, wie alle Einzelteile zusammenhängen; wo sitzen Scharniere, Lederriemen und eventuell Polstermaterialien? Außerdem soll der Panzer nach der Freilegung und Konservierung ausgestellt werden. 

Daher wurde als  Ziel der Restaurierung die vollständige Freilegung aller Metallteile angestrebt. Dabei sollte auch ein genaues Augenmerk auf eventuelle organische Reste gelegt werden.

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Der "Block-Blog" - Teil 3: Dokumentation

26. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Abb. 1: Fotografieren am Block

Für die Archäologie sind Ausgrabungen unerlässlich. Streng genommen ist allerdings jede Ausgrabung auch eine Zerstörung des Original-Befunds, denn bei einer Ausgrabung werden die archäologischen Bodenschichten nach und nach abgetragen und Bodenbefunde, wie zum Beispiel Pfostensetzungen oder Gruben, werden dabei notwendigerweise zerstört, indem sie ausgegraben werden. Aber auch entnommene Funde haben letztendlich keine Aussage, wenn zum Beispiel ihre Position nicht bekannt ist: Wenn nicht klar ist aus welcher Schicht ein Fund kommt, ist eine verlässliche Datierung schwierig und der Fundkontext nicht mehr zu deuten. Daher muss auf Grabungen dokumentiert werden, um so viele Informationen wie möglich festzuhalten.

Das gleiche gilt daher auch für Blockbergungen und für unseren Schienenpanzer-Block. Dessen Dokumentation sollte besonders sorgfältig und detailliert ausgeführt werden, weil es sich um ein so einmaliges Objekt handelt. Außerdem war schon anhand der CTs klar, dass die vielen kleinen Einzelfragmente der Platten gut dokumentiert werden mussten, damit ich sie später möglichst vollständig zusammensetzen konnte.

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Der "Block-Blog" - Teil 2: Archäologische Spurensuche

14. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Abb. 1: Transport der Blockbergung in die Werkstatt.

Die große Blockbergung kam nach dem Röntgen-CT in die Restaurierungswerkstatt. Dies stellte sich als schwierig heraus, denn der Block – mit Maßen von 125x100x65 cm – war eigentlich zu groß und schwer zu transportieren. Doch auch hierfür wurde eine Lösung gefunden: Der Block wurde mit einem Teleskopstapler durch ein großes Fenster transportiert und der Raum dahinter vorrübergehend zur einer Restaurierungswerkstatt umfunktioniert (Abb. 1).

Hier fand dann die eigentliche „Ausgrabung“ der Blockbergung statt, die ich als Restauratorin übernehmen durfte. Die Bearbeitung des Blocks ist dabei im Grunde eine „Ausgrabung im Kleinen“. Die Blockbergung wird Schicht für Schicht ausgegraben, wobei die einzelnen Zwischenzustände regelmäßig dokumentiert werden. Im Vergleich zur Ausgrabung im Freien kann man an der Blockbergung in der Werkstatt natürlich viel genauer dokumentieren, man kann bei Bedarf fragile Objekte sofort konservatorisch behandeln und bei den filigranen, teils sehr kleinteilig zerbrochenen Fragmenten des Schienenpanzers gewährleisten, dass keine Fragmente verloren gehen. 

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Der "Block-Blog" - Teil 1: Achtung, Schienenpanzer!

14. November 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Rebekka Kuiter, Restauratorin (Foto: Hermann Pentermann)

Rebekka Kuiter ist Restauratorin im Varusschlacht-Museum und mit der Freilegung des 2018 geborgenen Blocks betraut. In der Museumsblog-Reihe „Der Block-Blog“ gibt sie Einblicke in ihre spannende Arbeit  - von der Bergung bis zur vollständigen Restaurierung:

„Wer die neuesten Nachrichten aus Kalkriese verfolgen konnte, hat es sicherlich schon mitbekommen: Auf dem Kalkrieser Oberesch wurde ein Schienenpanzer gefunden. Dieser ist nicht nur annähernd vollständig erhalten, sondern auch besonders alt: Ein Sensationsfund! Doch wie kam es überhaupt dazu, und was wissen wir bisher über den Schienenpanzer?

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Eisen - die Königsdisziplin der Restaurierung

11. Oktober 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

3. Europäischer Tag der Restaurierung

Schnitt durch ein Eisenobjekt vor der Restaurierung. Hohlkorrodiert mit innerer Korrosionsschicht, Magnetitschicht und Konglomeratschicht

Restauratorin Christiane Matz schreibt zum 3. Tag der Restaurierung über den Umgang mit Eisen:

"Das Faszinierende am Fachbereich der Restaurierung von Archäologischem Kulturgut im Gegensatz zu anderen Sparten ist, dass die zu bearbeitenden Artefakte sämtliche Materialgruppen umfassen. Zum einen gibt es die organischen Materialien, wie Holz, Leder, Knochen und Textilien, und zum anderen die anorganischen, wie Glas und Keramik. Und es gibt die Gruppe der Metalle: Gold, Silber, Kupferlegierungen und Eisen.

Aufgrund der Bodenbeschaffenheit am Fundplatz in Kalkriese liegen überwiegend Funde aus Metall vor. Auf dem Oberesch haben wir einen Sandboden / Podsol mit Eschauftrag (daher der Name Oberesch). Ein Sandboden ist in seiner Beschaffenheit sehr locker und gut durchlässig für Wasser und Sauerstoff, was die Zersetzung von Organik begünstigt. Zudem weist Podsol einen sehr niedrigen pH-Wert auf, er ist also sauer.

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Mein Praktikum in der Restaurierung

07. September 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Hallo, ich heiße Jule und studiere derzeit im fünften Semester im Studiengang Konservierung und Restaurierung von Archäologisch-Historischem Kulturgut an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, auch gerne einfach abgekürzt KRG/AHK. Im Rahmen des Studiums befinde ich mich derzeit im Praxissemester, wodurch ich die Chance habe drei Monate (hoffentlich sogar länger) an der Seite des Museumsteams in der Restaurierungsabteilung zu arbeiten.

Das Praxissemester ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Studiums, welches sich besonders durch den hohen Praxisanteil auszeichnet. Zur Vorbereitung auf das Studium ist ein 12-monatiges Vorpraktikum in einer Restaurierungseinrichtung Pflicht, das grundlegende Kenntnisse und handwerkliche Techniken vermittelt, die im Studium erforderlich sind. Diese Praxiserfahrungen werden während des Studiums natürlich ausgebaut und erweitert, vor allem aber durch theoretisches Wissen zur Beschaffenheit des Materials, Behandlungsmethoden sowie Verfallsmechanismen ergänzt.
Mein Weg zum Praktikum hier in der Restaurierungsabteilung des Museums und Parks Kalkriese hat somit bereits vor dem Studium begonnen.

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Unser FSJler berichtet aus der Archäologie I

01. September 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Lion Knirsch an seinem neuen Arbeitsplatz

Lion Knirsch hat im August sein Freies Soziales Jahr (kurz FSJ) bei uns begonnen. Aus Obernkirchen (Schaumburg) ist er nach Bramsche gezogen und wird uns die nächsten 12 Monate in der Archäologie unterstützen und auch ein eigenes Projekt durchführen. In seinem ersten Blogbeitrag schildert Lion, wie er zu uns gekommen ist:

 „Quintili Vare, legiones redde!“  (Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!), so oder so ähnlich waren wohl die Worte des damaligen Kaisers Augustus, als im Jahr 9 n. Chr. Teile von drei römischen Legionen unter dem Feldherr Publius Quinctilius Varus von einigen im Barbaricum lebenden Stämmen vernichtend geschlagen wurden. Wie auch Augustus sich nun fragen musste, wie es weitergeht, so war auch ich gezwungen mich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie meine berufliche Zukunft einmal aussehen soll.
Denn da war ich nun, nach 10 Jahren Schule und unzähligen Klausuren und Tests, und die Antwort auf diese Frage fiel mir gar nicht so einfach, schließlich, so dachte ich, beeinflusst diese Entscheidung mein ganzes restliches Leben. Dennoch war ich mir in einer Sache sicher: ich wollte studieren und wenn möglich sollte es ein Studiengang mit historischem Schwerpunkt sein, denn das Verständnis über unsere Vergangenheit und unsere daraus resultierende Zukunft war für mich immer ein sehr faszinierender Prozess, den ich in all seinen Facetten begreifen möchte.

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Wir zeigen euch unsere Funde - Unser Numismatiker präsentiert seine aktuelle Lieblingsmünze

11. August 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Das Vorbild aus Pergamon: Cistophor, Pergamon, ca. 166–160 v. Chr., Kleiner – Noe 1977, Series 7. Bibliothèque nationale de France, département Monnaies, médailles et antiques, 1966.453.2537

Wir zeigen euch unsere Funde - Unser Numismatiker präsentiert seine aktuelle Lieblingsmünze

Sich als Numismatiker*in nur eine Lieblingsmünze auszusuchen ist natürlich nicht einfach. Man soll ja auch kein Lieblingskind haben!

Aber eine Münze, die es mir schon seit Jahren angetan hat, kommt aus Kleinasien, der heutigen Türkei. Cistophoren sind die Silbermünzen der Königsdynastie der Attaliden, beheimatet im Pergamon des 2. Jh. v. Chr. Cistophoren heißen sie deshalb, weil sie eine so genannte Cista Mystica zeigen, einen Weidenkorb aus dem Dionysoskult. Und „phoros“ heißt tragen, sie sind also die „Kiste tragenden (Münzen)“.

In Kalkriese kommen solche Münzen natürlich nicht vor. Umso mehr hab‘ ich mich gefreut, als ich gleich bei meinem ersten Besuch im Magazin des Museums diese kleine Silbermünze gesehen habe. Denn auf dem Revers, der Rückseite, zeigt dieser Quinar wie die attalidischen Cistophoren eben diese Namensgebende Kiste. Darüber steht Victoria, die Siegesgöttin. Als beschreibende Legende steht ASIA RECEPTA auf der Münze.

 

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Römische Gaumenfreude V

16. Juli 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Hallo, ich bin es wieder. Claudia, die Gästeführerin. Heute gibt es wieder ein neues Rezept aus der antiken römischen Versuchsküche.

Wir kennen die Geheimnisse der römischen antiken Küche aus zahlreichen Quellen relativ genau. Viele Stellen in der römischen Literatur klären uns über die beliebtesten Leckerbissen, Zutaten und Tischsitten auf. Dennoch müssen wir, um auf den typischen römischen Geschmack zu kommen, uns selbst an den Herd stellen und das ein oder andere Rezept ausprobieren.

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Bundeswettbewerb Fremdsprachen 2019

28. Juni 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Katrin Kiesewetter ist Schülerin der neunten Klasse am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Bonn und hat im letzten Jahr am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilgenommen. Sie drehte ihr Video hierzu im Museum und Park Kalkriese - zum Thema Schleuderbleie. Nachdem beide Teile des Wettbewerbs ausgewertet wurden, steht fest, dass Katrin zu den Preisträgern des Landes Nordrhein-Westfalen gehört und für den Regierungsbezirk Köln einen zweiten Preis gewonnen hat! Dazu gratulieren wir ganz herzlich. 

Im Blogbeitrag schildert sie ihre Teilnahme an dem Wettbewerb und wie sie zu dem außergewöhnlichen Thema kam:

"Was ist der Bundeswettbewerb Fremdsprachen?

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen ist ein Wettbewerb, bei dem Personen von der achten Klasse  bis zur Berufsausbildung teilnehmen können und in verschiedenen sowohl modernen als auch alten Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Dänisch, Italienisch, Latein, Russisch, Spanisch, Altgriechisch) ihre Fähigkeiten im Umgang mit der jeweiligen Sprache unter Beweis stellen. Die Schüler, die in der Kategorie SOLO mitmachen, müssen eine Klausur bestehend aus vier verschiedenen Anforderungsbereichen schreiben und ein Video in der Fremdsprache ihrer Wahl erstellen. 

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