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Museumsblog

Römische Gaumenfreude IV

27. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Hallo, Ich bin es wieder. Claudia, die Gästeführerin aus der römischen antiken Versuchsküche.

Die Grillsaison ist ja in vollem Gange und passend dazu habe ich heute zwei schnelle Rezepte, die die ersten lauen Abende im heimischen Garten kulinarisch verschönern!

Moretum ist eine würzige Kräuterpaste aus frischem Schafskäse nach einem überlieferten Rezept aus der antiken römischen Küche. Die Frischkäsezubereitung ist verfeinert mit Olivenöl, Salz, feingehacktem Knoblauch (Allium), Selleriegrün (Apium), Koriander, Dill, Schnittlauch, gemahlenem weißem Pfeffer und Bienenhonig. Es ist natürlich möglich, Kräuter nach Belieben hinzuzufügen, ganz nach dem eigenen Geschmack.


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Berufsfeld Restaurierung

22. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Christiane Matz, Restauratorin Museum und Park Kalkriese

Vielen fällt die Berufswahl nach dem Schulabschluss nicht einfach. So auch unserer Restauratorin Christiane Matz. Wie dann doch noch alles gut wurde, berichtet sie in ihrem Beitrag:

"Da stand sie, die Frage, schwarz auf weiß. „Warum wollen Sie Restauratorin / Restaurator werden?“

Ich saß im Aufnahmetest für das Studium und hatte mich bereits durch viele Fragen zu den Themenbereichen Archäologie, Technikgeschichte, Kunstgeschichte und Naturwissenschaften gearbeitet. Gezeichnet, aus Papier ein Tier gebaut und einen Tennisball bruchsicher verpackt. Jetzt bloß keine lapidare Antwort abgeben, dachte ich mir.

Warum sucht man sich einen bestimmten Beruf aus? Warum wollte ich Restauratorin werden? Die Schulzeit ging zu Ende, und lange schon trieb mich die Frage um, wie es weitergehen sollte. Eines wusste ich mit Gewissheit, was ich nicht werden wollte: Bankkauffrau. Ich wollte mit meinen Händen arbeiten. Aber nach Ferienjobs im Metallbau und in einer Möbelfabrik wusste ich auch, dass mir das alleine nicht reicht. Mir fehlte es an Begeisterung für das, was man dort tut. Wenn man einen Beruf ergreift, verbringt man eine sehr große Zeit seines Lebens mit dieser Tätigkeit, da sollte er mir schon Freude machen. 

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Berufsfeld Archäologie

20. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Wie wird man ArchäologIn?

Grabung im Museum und Park Kalkriese, 2018

Wie wird man eigentlich Archäologe, welche verschiedenen Fachrichtungen gibt es und wie sieht der Alltag eines Archäologen aus? All das beschreibt Michael Drechsler, Gästeführer in Museum und Park Kalkriese und selbst Archäologe, in seinem heutigen Blogbeitrag:

„Ich bin Archäologe.“

Wenn ich diese Antwort auf die entsprechende Frage beim Zahnarzt oder Friseur sage, dann kann ich ziemlich sicher mit einer bestimmten Reaktion rechnen: Die meisten Leute sind erfreut und erstaunt. Sie sagen dann Sätze wie „Das ist bestimmt sehr spannend“ oder „Dafür habe ich mich auch mal interessiert“. Fast immer folgen sofort Kommentare wie „Ich habe mich dann aber für was Richtiges entschieden“ oder „Und was macht man dann damit?“

Tja, was macht man damit… Für die meisten Leute ist Archäologie etwas nicht Alltägliches sondern etwas Besonderes. Gleichzeitig fällt es schwer sich vorzustellen, wie man davon leben kann. Wer bezahlt einen Archäologen überhaupt für seine Forschungen? Im Grundsatz sind diese Dinge zwar einfach zu benennen – in der Praxis verbirgt sich der Teufel allerdings im Detail.

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Ein Blick hinter die Kulissen - Ausstellungsaufbau

15. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Restauratorin Christiane Matz gibt Einblicke in den Leihverkehr

"Das Aufgabenfeld eines Restaurators ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Ein Bereich, der mir sehr gut gefällt und Freude bereitet, ist der Leihverkehr.

Betrachtet man die ganze Angelegenheit aus konservatorischer Sicht, dürfte das nicht so sein. Denn Leihverkehr bedeutet, dass Objekte auf Reisen gehen. Und jede Bewegung stellt eine potentielle Gefahr für sie dar. Sie werden aus den Vitrinen oder dem Magazin geholt, verpackt, transportiert, ausgepackt, ausgestellt, wieder eingepackt, transportiert und wieder ausgepackt. Die Objekte können einen Klimaschock bekommen, durch Erschütterungen beim Transport zerbrechen oder schlimmstenfalls beim Handling beschädigt werden. Manches erkennt man sofort, andere Veränderungen treten erst nach einem gewissen Zeitraum auf. Es gibt Ausstellungstücke, die weniger empfindlich sind, und solche, die man aufgrund ihres Zustandes gar nicht ausleiht.

Die Anzahl der Sonderausstellungen ist nicht gering. So meldete der Deutsche Museumsbund für 2017 8.765 Sonderausstellungen. Viele Museen bieten in Ergänzung zu ihren Dauerausstellungen auch immer mehr Sonderausstellungen an. So zeigen wir seit 2009 (Errichtung des neuen Besucherzentrums mit Sonderausstellungsfläche) pro Jahr eine Sonderausstellung. Und seit 2013 touren wir mit der von uns konzipierten Wanderausstellung BODENSCHÄTZE durch Deutschland. 

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Römische Gaumenfreude III

12. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Hallo, ich bin es wieder: Claudia, die Gästeführerin.
Kochen wie die alten Römer! Schmeckt das denn? Ich habe es ausprobiert und finde schon.

Historische Texte geben eine Antwort darüber, was die Römer an Obst- und Gemüsesorten angebaut haben. Die Texte stammen von den antiken Autoren Vergilius, Cato, Columella, Pliniusmaior und Marcus Gravius Apicius, von dem auch ein Kochbuch überliefert ist. Damals gab es noch keine Pasta, Pizza, Tomaten, Kartoffeln und Zucker, aber man verfeinerte die Speisen mit Honig, verschiedenen Kräuter und Gewürzen.

Ein Gewürz stelle ich kurz vor, denn es kam und kommt in fast jedes Rezept: Liquamen.
Das ist eine Fischsauce, die zum Würzen in der römischen antiken Küche benutzt wurde. In großen Becken wurden Fische einschließlich Eingeweiden mit Salz vermischt und mehrere Wochen der Sonne ausgesetzt. Dabei wurde das Fischeiweiß durch Enzyme abgebaut. Dann wurde es ausgepresst, mehrmals gefiltert und ergab eine Flüssigkeit. Die Herstellung war sehr geruchsintensiv, weswegen die Produktionsstätten außerhalb der Ortschaften lagen.

Ich verwende eine asiatische Fisch- und Austernsauce, die es in einem gut sortierten Supermarkt gibt.

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Römische Gaumenfreude II

06. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Hallo, ich bin es wieder: Claudia, die Gästeführerin.
Es gibt wieder ein neues Rezept, aber vorher erzähle ich etwas über meinen Namen.

Wie schon im ersten Blog erwähnt, ist der Name Claudia schon sehr, sehr alt. Die erste Frau von Oktavian, dem späteren Kaiser Augustus, trug diesen Namen. Als er sie zur Frau nahm, war sie gerade erst 12 Jahre alt, aber somit im heiratsfähigen Alter. Relativ schnell verließ er sie wieder und da soll sie noch jungfräulich gewesen sein. Darüber hinaus ist nichts mehr über sie bekannt. Ja, so war das im antiken Rom, aber nun zum Rezept:

Aliter Patina De Asparagis (Spargelauflauf) - Zutaten für 2 Personen
•    500 g Spargel
•    Frische Kräuter (Liebstöckel, Koriander und Bohnenkraut)
•    ½ Zwiebel, Salz und Pfeffer
•    ½ - 1,5 Tl. Liquamen (asiatische Austern/Fischsauce, lieber sparsam dosieren)
•    Olivenöl

Den Spargel schälen, in 5 cm Stücke schneiden und in Salzwasser weich dünsten.
In der Zwischenzeit Zwiebel und Kräuter hacken, Eier verquirlen und mit der Zwiebel, Kräutern, Salz, Pfeffer und Fischsauce verrühren. Den Spargel abgießen (Tipp: den Fond auffangen und eine Spargelsuppe daraus kochen), alles vermengen und in eine mit Olivenöl gefettete Form geben und bei 200 Grad ca. 30 Min überbacken lassen.

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Römische Gaumenfreude I

06. Mai 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Mein Name ist Claudia Langer-Huge und in Kalkriese bin ich als Gästeführerin unterwegs. Den Gästen und MuseumsbesucherInnen, die eine Führung mit mir begleiten, kennen mich oftmals nur als Claudia. So kommt die passende Stimmung auf, denn der Vorname ist ja tatsächlich römisch und war im Altertum zudem sehr beliebt.
Als gelernte Hotelfachfrau liegt mir das Essen sehr am Herzen, weswegen ich in der Corona Zeit ein paar Rezepte aus der römischen Antike ausprobierte. Ich nasche sehr gerne und aus diesem Grund beginne ich mit dem Rezept für eine römische Nachspeise:

Globuli (Quark/Mohnbällchen) - kleine Portion, ca. 15 Stück
•    100 g Mascarpone
•    150 g Dinkel oder Weizengrieß
•    Olivenöl
•    Honig und Mohn zum Bestreuen

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Aus dem Alltag einer Gästeführerin Teil 5

28. April 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Viele Menschen haben einen Lieblingsplatz. Sei es das Café um die Ecke, die bestimmte Bank am Wanderweg oder gleich eine ganze Stadt: unsere Gästeführerin Bianka Grauert hat sich Gedanken über ihren ganz persönlichen Lieblingsplatz gemacht:

"Vor ein paar Tagen wurde im Regionalfernsehen ein Beitrag über Lieblingsplätze gesendet. Verschiedene Personen stellten in einem kleinen Video im Laufe einer Woche ihren Lieblingsplatz vor. Da war zum Beispiel der Holzschnittkünstler zu sehen, der einen Blick auf seinen Balkon gewährte, auf dem er gerne mit einem Glas Wein und einem Pfeifchen entspannt und dabei auf einen Fluss hinunter blickt. 

Dieser Beitrag führte dazu, dass ich darüber nachdachte, welches mein Lieblingsplatz sei.

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Aus dem Alltag einer Gästeführerin Teil 4

28. April 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

GästeführerInnen haben einen sehr abwechslungsreichen Alltag - man weiß nie, wer zur gebuchten Führung kommt! So ist es jedes Mal eine kleine Überraschung, auf die man nicht immer vorbereitet sein kann... Heute erzählt Ulrike Brake von einem ganz besonderen Besucher:

"Wir GästeführerInnen haben bei unseren Führungen immer wieder interessante Erlebnisse. Wir treffen auf verschiedenste Menschen und wissen nie genau, was uns erwartet. Mit der Zeit intensiviert man jedoch seine Menschenkenntnis, so dass man schon in den ersten Minuten einer Führung feststellt, was einen - wahrscheinlich - erwartet. Immer wieder herrlich zu beobachten ist das Gefüge in den Schulklassen. Grundsätzlich ist auf den ersten Blick zu erkennen, ob die Gruppe sich auf einer Klassenfahrt befindet. Denn dann erwarten die GästeführerInnen bunt gekleidete kleine Menschen – ganz offensichtlich hat kein bemühtes Mutterherz die Kleiderwahl beaufsichtigt - mit übernächtigten Gesichtern. So mancher Junge hat des Nächtens Nagellack verpasst bekommen oder eine pinke Haarsträhne von seinen allzu kreativen Mitschülerinnen.

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Digitalisierung in der Archäologie

15. April 2020 | Museumsblog | 0 Kommentare

Das Magazin

Lukas Lammers, Werksstudent in der Sammlung, gibt heute einen kleinen Einblick in seine Arbeit:

Digitalisierung ist heute überall ein ständiges Thema. In beinahe allen Berufen, im Verkehr und im Privaten werden neue Medien und Technologien immer stärker eingesetzt und entwickeln sich weiter.

Auch an der Archäologie und dem Museumsbetrieb geht dieser Fortschritt natürlich nicht vorbei. Ein Museumsbesucher sieht davon nichts, aber hier gibt es nun einen kleinen Einblick in das Digitalisierungsprojekt unserer archäologischen Sammlung.

Seit 1989 werden in Kalkriese Ausgrabungen durchgeführt. Zunächst kümmerte sich die Stadtarchäologie Osnabrück um die Funde, bis das Projekt mehr und mehr eigenständig wurde. Über die Jahrzehnte haben sich ca. 3700 römische Funde in unserem Magazin angesammelt. Die schönsten davon sind in der Ausstellung zu sehen. Hinzu kommen etwa 3300 Funde, die römisch sein könnten, 500 frühgeschichtliche Funde und zahlreiche mittelalterliche und neuzeitliche Funde. Dabei sind dies nur die Metallfunde. In einem weiteren Magazin lagern Keramik, Knochen, Feuerstein und Bodenproben.

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