Font size

Museumsblog

Filtered by "Museumsblog"

Mein Praktikum in der Restaurierung

07. September 2020 | Museumsblog | 0 comments

Hallo, ich heiße Jule und studiere derzeit im fünften Semester im Studiengang Konservierung und Restaurierung von Archäologisch-Historischem Kulturgut an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, auch gerne einfach abgekürzt KRG/AHK. Im Rahmen des Studiums befinde ich mich derzeit im Praxissemester, wodurch ich die Chance habe drei Monate (hoffentlich sogar länger) an der Seite des Museumsteams in der Restaurierungsabteilung zu arbeiten.

Das Praxissemester ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Studiums, welches sich besonders durch den hohen Praxisanteil auszeichnet. Zur Vorbereitung auf das Studium ist ein 12-monatiges Vorpraktikum in einer Restaurierungseinrichtung Pflicht, das grundlegende Kenntnisse und handwerkliche Techniken vermittelt, die im Studium erforderlich sind. Diese Praxiserfahrungen werden während des Studiums natürlich ausgebaut und erweitert, vor allem aber durch theoretisches Wissen zur Beschaffenheit des Materials, Behandlungsmethoden sowie Verfallsmechanismen ergänzt.
Mein Weg zum Praktikum hier in der Restaurierungsabteilung des Museums und Parks Kalkriese hat somit bereits vor dem Studium begonnen.

Details

Unser FSJler berichtet aus der Archäologie I

01. September 2020 | Museumsblog | 0 comments

Lion Knirsch an seinem neuen Arbeitsplatz

Lion Knirsch hat im August sein Freies Soziales Jahr (kurz FSJ) bei uns begonnen. Aus Obernkirchen (Schaumburg) ist er nach Bramsche gezogen und wird uns die nächsten 12 Monate in der Archäologie unterstützen und auch ein eigenes Projekt durchführen. In seinem ersten Blogbeitrag schildert Lion, wie er zu uns gekommen ist:

 „Quintili Vare, legiones redde!“  (Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!), so oder so ähnlich waren wohl die Worte des damaligen Kaisers Augustus, als im Jahr 9 n. Chr. Teile von drei römischen Legionen unter dem Feldherr Publius Quinctilius Varus von einigen im Barbaricum lebenden Stämmen vernichtend geschlagen wurden. Wie auch Augustus sich nun fragen musste, wie es weitergeht, so war auch ich gezwungen mich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie meine berufliche Zukunft einmal aussehen soll.
Denn da war ich nun, nach 10 Jahren Schule und unzähligen Klausuren und Tests, und die Antwort auf diese Frage fiel mir gar nicht so einfach, schließlich, so dachte ich, beeinflusst diese Entscheidung mein ganzes restliches Leben. Dennoch war ich mir in einer Sache sicher: ich wollte studieren und wenn möglich sollte es ein Studiengang mit historischem Schwerpunkt sein, denn das Verständnis über unsere Vergangenheit und unsere daraus resultierende Zukunft war für mich immer ein sehr faszinierender Prozess, den ich in all seinen Facetten begreifen möchte.

Details

Wir zeigen euch unsere Funde - Unser Numismatiker präsentiert seine aktuelle Lieblingsmünze

11. August 2020 | Museumsblog | 0 comments

Das Vorbild aus Pergamon: Cistophor, Pergamon, ca. 166–160 v. Chr., Kleiner – Noe 1977, Series 7. Bibliothèque nationale de France, département Monnaies, médailles et antiques, 1966.453.2537

Wir zeigen euch unsere Funde - Unser Numismatiker präsentiert seine aktuelle Lieblingsmünze

Sich als Numismatiker*in nur eine Lieblingsmünze auszusuchen ist natürlich nicht einfach. Man soll ja auch kein Lieblingskind haben!

Aber eine Münze, die es mir schon seit Jahren angetan hat, kommt aus Kleinasien, der heutigen Türkei. Cistophoren sind die Silbermünzen der Königsdynastie der Attaliden, beheimatet im Pergamon des 2. Jh. v. Chr. Cistophoren heißen sie deshalb, weil sie eine so genannte Cista Mystica zeigen, einen Weidenkorb aus dem Dionysoskult. Und „phoros“ heißt tragen, sie sind also die „Kiste tragenden (Münzen)“.

In Kalkriese kommen solche Münzen natürlich nicht vor. Umso mehr hab‘ ich mich gefreut, als ich gleich bei meinem ersten Besuch im Magazin des Museums diese kleine Silbermünze gesehen habe. Denn auf dem Revers, der Rückseite, zeigt dieser Quinar wie die attalidischen Cistophoren eben diese Namensgebende Kiste. Darüber steht Victoria, die Siegesgöttin. Als beschreibende Legende steht ASIA RECEPTA auf der Münze.

 

Details

Römische Gaumenfreude V

16. July 2020 | Museumsblog | 0 comments

Hallo, ich bin es wieder. Claudia, die Gästeführerin. Heute gibt es wieder ein neues Rezept aus der antiken römischen Versuchsküche.

Wir kennen die Geheimnisse der römischen antiken Küche aus zahlreichen Quellen relativ genau. Viele Stellen in der römischen Literatur klären uns über die beliebtesten Leckerbissen, Zutaten und Tischsitten auf. Dennoch müssen wir, um auf den typischen römischen Geschmack zu kommen, uns selbst an den Herd stellen und das ein oder andere Rezept ausprobieren.

Details

Bundeswettbewerb Fremdsprachen 2019

28. June 2020 | Museumsblog | 0 comments

Katrin Kiesewetter ist Schülerin der neunten Klasse am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Bonn und hat im letzten Jahr am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilgenommen. Sie drehte ihr Video hierzu im Museum und Park Kalkriese - zum Thema Schleuderbleie. Nachdem beide Teile des Wettbewerbs ausgewertet wurden, steht fest, dass Katrin zu den Preisträgern des Landes Nordrhein-Westfalen gehört und für den Regierungsbezirk Köln einen zweiten Preis gewonnen hat! Dazu gratulieren wir ganz herzlich. 

Im Blogbeitrag schildert sie ihre Teilnahme an dem Wettbewerb und wie sie zu dem außergewöhnlichen Thema kam:

"Was ist der Bundeswettbewerb Fremdsprachen?

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen ist ein Wettbewerb, bei dem Personen von der achten Klasse  bis zur Berufsausbildung teilnehmen können und in verschiedenen sowohl modernen als auch alten Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Dänisch, Italienisch, Latein, Russisch, Spanisch, Altgriechisch) ihre Fähigkeiten im Umgang mit der jeweiligen Sprache unter Beweis stellen. Die Schüler, die in der Kategorie SOLO mitmachen, müssen eine Klausur bestehend aus vier verschiedenen Anforderungsbereichen schreiben und ein Video in der Fremdsprache ihrer Wahl erstellen. 

Details

Archäologie - Eine Wissenschaft mit hundert Gesichtern

15. June 2020 | Museumsblog | 0 comments

Michael Drechsler bei der Arbeit

Wer das Wort „Archäologie“ hört hat meistens sofort ein bestimmtes Bild dazu im Kopf: Ein ganzes Team von Leuten in Arbeitsmonturen, die unter sonnigem Himmel in großen Löchern im Boden hocken und mit kleinen Werkzeugen nach wertvollen Objekten graben.
Dieses Bild vom „Schatzgräber“ ist zwar überhaupt nicht falsch – es ist aber nur ein ganz, ganz kleiner Teil von dem, was Archäologie wirklich ausmacht. Denn immerhin handelt es sich um eine der komplexesten Wissenschaft überhaupt!
Die Archäologie erforscht die Vergangenheit des Menschen. Da der Mensch schon vor Millionen Jahren entstanden ist und die Archäologische Wissenschaft nun einmal die ganze Vergangenheit der Menschheit erforscht, schließt sie auch diesen sehr weit zurückliegenden Teil der Vergangenheit ein.

Details

Berufsfeld Römische Legion

02. June 2020 | Museumsblog | 0 comments

Ein Beruf, der bis heute Groß und Klein fasziniert, ist der des römischen Legionärs. Die Frage nach der Motivation, sich gerade dieser Ausbildung zu widmen, stellt heute Bianka Grauert, Gästeführerin in Museum und Park Kalkriese:

"Wenn man mit einer Schulklasse auf den Spuren der Römer und Germanen im Gelände unterwegs ist, an der Wallanlage steht und bespricht, wie die Konfrontation zwischen Römer und Germanen vor 2000 Jahren ausgesehen haben könnte, kommt häufig die Frage von den Schülern: warum haben die Römer überhaupt gekämpft, warum sind sie nicht einfach abgehauen und verschwunden, oder haben sich geweigert in den Tod zu gehen?
Weshalb haben sie die Befehle ihrer Offiziere befolgt?
Ganz sicher haben sie doch gemerkt, dass die Lage aussichtslos war?

Details

Römische Gaumenfreude IV

27. May 2020 | Museumsblog | 0 comments

Hallo, Ich bin es wieder. Claudia, die Gästeführerin aus der römischen antiken Versuchsküche.

Die Grillsaison ist ja in vollem Gange und passend dazu habe ich heute zwei schnelle Rezepte, die die ersten lauen Abende im heimischen Garten kulinarisch verschönern!

Moretum ist eine würzige Kräuterpaste aus frischem Schafskäse nach einem überlieferten Rezept aus der antiken römischen Küche. Die Frischkäsezubereitung ist verfeinert mit Olivenöl, Salz, feingehacktem Knoblauch (Allium), Selleriegrün (Apium), Koriander, Dill, Schnittlauch, gemahlenem weißem Pfeffer und Bienenhonig. Es ist natürlich möglich, Kräuter nach Belieben hinzuzufügen, ganz nach dem eigenen Geschmack.


Details

Berufsfeld Restaurierung

22. May 2020 | Museumsblog | 0 comments

Christiane Matz, Restauratorin Museum und Park Kalkriese

Vielen fällt die Berufswahl nach dem Schulabschluss nicht einfach. So auch unserer Restauratorin Christiane Matz. Wie dann doch noch alles gut wurde, berichtet sie in ihrem Beitrag:

"Da stand sie, die Frage, schwarz auf weiß. „Warum wollen Sie Restauratorin / Restaurator werden?“

Ich saß im Aufnahmetest für das Studium und hatte mich bereits durch viele Fragen zu den Themenbereichen Archäologie, Technikgeschichte, Kunstgeschichte und Naturwissenschaften gearbeitet. Gezeichnet, aus Papier ein Tier gebaut und einen Tennisball bruchsicher verpackt. Jetzt bloß keine lapidare Antwort abgeben, dachte ich mir.

Warum sucht man sich einen bestimmten Beruf aus? Warum wollte ich Restauratorin werden? Die Schulzeit ging zu Ende, und lange schon trieb mich die Frage um, wie es weitergehen sollte. Eines wusste ich mit Gewissheit, was ich nicht werden wollte: Bankkauffrau. Ich wollte mit meinen Händen arbeiten. Aber nach Ferienjobs im Metallbau und in einer Möbelfabrik wusste ich auch, dass mir das alleine nicht reicht. Mir fehlte es an Begeisterung für das, was man dort tut. Wenn man einen Beruf ergreift, verbringt man eine sehr große Zeit seines Lebens mit dieser Tätigkeit, da sollte er mir schon Freude machen. 

Details

Berufsfeld Archäologie

20. May 2020 | Museumsblog | 0 comments

Wie wird man ArchäologIn?

Grabung im Museum und Park Kalkriese, 2018

Wie wird man eigentlich Archäologe, welche verschiedenen Fachrichtungen gibt es und wie sieht der Alltag eines Archäologen aus? All das beschreibt Michael Drechsler, Gästeführer in Museum und Park Kalkriese und selbst Archäologe, in seinem heutigen Blogbeitrag:

„Ich bin Archäologe.“

Wenn ich diese Antwort auf die entsprechende Frage beim Zahnarzt oder Friseur sage, dann kann ich ziemlich sicher mit einer bestimmten Reaktion rechnen: Die meisten Leute sind erfreut und erstaunt. Sie sagen dann Sätze wie „Das ist bestimmt sehr spannend“ oder „Dafür habe ich mich auch mal interessiert“. Fast immer folgen sofort Kommentare wie „Ich habe mich dann aber für was Richtiges entschieden“ oder „Und was macht man dann damit?“

Tja, was macht man damit… Für die meisten Leute ist Archäologie etwas nicht Alltägliches sondern etwas Besonderes. Gleichzeitig fällt es schwer sich vorzustellen, wie man davon leben kann. Wer bezahlt einen Archäologen überhaupt für seine Forschungen? Im Grundsatz sind diese Dinge zwar einfach zu benennen – in der Praxis verbirgt sich der Teufel allerdings im Detail.

Details