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Die Römer

Germanicus

Germanicus wurde am 24. Mai 15 v. Chr. als Enkel der zweiten Frau des Augustus, Livia, und als Großneffe des Kaisers selbst geboren. Zur Sicherung der Erbfolge wurde er 4 n. Chr., auf Wunsch des Augustus, von Tiberius, dem Stief- und Adoptivsohn des Kaisers, adoptiert. Wohl zum gleichen Zweck verheiratete Augustus zugleich seine Enkelin Vipsania Agrippina mit Germanicus.

Germanicus schlug die militärische Ämterlaufbahn ein. Er begleitete Tiberius nach Germanien und verbrachte einige Zeit mit der Niederschlagung der Erhebungen in Pannonien und Dalmatien.

Zu Beginn des Jahres 15 n. Chr. brachen Germanicus von Mainz und Ceacina Severus von Xanten aus nach Germanien auf. Germanicus unterwarf das Gebiet der Chatten und befreite den Cheruskerfürsten Segestes aus der Belagerung durch seinen Schwiegersohn Arminius. Dann kehrte er nach Mainz zurück, begleitet von Segestes und seine widerstrebenden Tochter, der Frau des Arminius. Von Mainz aus führte er Legionen zu Schiff an die Ems und von dort an den Ort der Varus-Niederlage. Zwar konnte er die Gebeine der 9 n. Chr. gefallenen Legionäre bestatten. Der Rückzug an den Rhein gelang aber nur unter großen Mühen und hohen Verlusten, da die Germanen erneut angriffen. Nach dem Bau einer Transportflotte kehrte Germanicus noch einmal in das umkämpfte Gebiet zurück und es kam in der Nähe der Weser zu einer weiteren verlustreichen Schlacht. Während des Rückzugs erhöhten Herbststürme die Verluste zusätzlich. Dennoch konnte Germanicus zwei Legionsadler der Varus-Legionen zurückerobern. Im Jahr 16 n. Chr. wurde er von Kaiser Tiberius, der weitere Aktionen im Germanengebiet für zwecklos erachtete, zurückberufen.

Am 26. Mai 17 n. Chr. feierte Germanicus in Rom einen Triumph. Zu diesem Anlass wurden, neben vielen anderen Gefangenen, zahlreiche Cherusker vorgeführt, unter anderem Thusnelda, die Frau des Arminius, mit ihrem kleinen Sohn Thumelicus und ihrem Bruder Segimuntos. Romfreundliche Cherusker waren dagegen unter den Gästen des Spektakels, so auch der Vater von Thusnelda und Segimuntos, Segestes.