Ausstellung 2000 Jahre Geschichte -

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Ein Brückenschlag über 2000 Jahre Geschichte

Nachdem im Jahr 9 n. Chr. drei römische Legionen an diesem Ort im Kampf gegen die Germanen untergingen, nahm die Geschichte unaufhaltsam ihren Lauf. Im Jahr 16 n. Chr. kehrte ein römischer Feldherr noch einmal an diesen traurigen Platz zurück, um die Überreste seiner gefallenen Kameraden zu bestatten. Danach verschwand das Wissen um die Ereignisse am Fuß des Kalkrieser Berges mehr und mehr im Nebel der Geschichte.

 

Erst durch die Wiederentdeckung der Schriften des römischen Geschichtsschreibers Tacitus im 16. Jahrhundert kehrte die Erinnerung an die Schlacht in den Wäldern Germaniens zurück. Einige Historiker begannen, sich Gedanken über ihren Verlauf zu machen. Nach einiger Zeit kursierten unzählige Theorien über die Örtlichkeit der römischen Niederlage. Theodor Mommsen, ein berühmter Historiker des

19. Jahrhunderts, nahm an, dass die Kämpfe in der Nähe von Kalkriese stattgefunden hätten. Schließlich berichteten die Herren von Bar wiederholt von Funden römischer Goldmünzen des Kaisers Augustus auf ihren Ländereien. Viele seiner Kollegen widersprachen ihm.

 

1987 beschloss der britische Soldat und Amateurarchäologe Major Anthony Clunn in Abstimmung mit dem zuständigen Stadt- und Kreisarchäologen Prof. Dr. Wolfgang Schlüter das Gebiet um Barenaue systematisch nach Hinweisen auf antike Kampfhandlungen abzusuchen. Er fand in kurzer Zeit 162 römische Münzen und drei Wurfgeschosse aus Blei. Zwei Jahre später begannen die systematischen archäologischen Ausgrabungen, die die Geschichte dieses Ortes erhellen sollen. Dabei wurden zahlreiche Bronze-Münzen, Bruchstücke militärischer Ausrüstung und Bewaffnung, acht Gruben mit menschlichen Knochen und Skelette von Maultieren gefunden. Dass hier zur Zeit des Kaisers Augustus ein erbitterter Kampf stattfand, bei dem unzählige römische Soldaten zu Schaden kamen, ist nun offenkundig. Weitere Einzelheiten der Kampfhandlungen sollen derzeitige und zukünftige Ausgrabungen erbringen.

 

Bereits 1990 beschlossen interessierte Bürger aus der Umgebung mit viel ehrenamtlichem Engagement, den historischen Ort und die Ausgrabungen für Besucher zugänglich zu machen. Ein erstes Informationszentrum entstand. Wissbegierigen Gästen wurde direkt an der Ausgrabung der neueste Kenntnisstand erläutert.

 

Im Jahr 2000 wurde ein archäologischer Park mit Informationszentrum in der Nähe der Ausgrabungen eröffnet. Interessierte Besucher konnten sich stets vor Ort über den Fortgang der Forschungen und die ersten spektakulären Funde, wie die eiserne Maske eines römische Reiters, informieren.

 

Das neue Museum mit einem 40 Meter hohen Aussichtsturm wurde 2002 eröffnet. Es beherbergt neben zwei Vortragssälen eine Dauerausstellung zur Varusschlacht. Hier wird die schriftliche Überlieferung der Varusschlacht vorgestellt, werden die Wege und Irrwege ihrer archäologischen und naturwissenschaftlichen Erforschung beleuchtet und zu den Funden in Bezug gesetzt, die während der Ausgrabungen freigelegt wurden.

 

Ab 2003 boten Sonderausstellungen im Turm und Foyer des Museums vertiefende Informationen zu verschiedenen Facetten der Geschichte der Varusschlacht und ihrer Erforschung. Stets wurden sie begleitet durch Thementafeln im Park – ein Rundgang durch den Park rundete die Informationen ab. 2003 gab es auch das Mommsen-Jahr: Museum und Park Kalkriese würdigte Leben und Werk des 1903 gestorbenen ersten deutschen Literatur-Nobelpreisträgers mit der Sonderausstellung »Theodor Mommsen«. Der prominente deutsche Historiker, Politiker, Jurist und Schriftsteller Mommsen hatte unter anderem 1885 schon seine Überzeugung veröffentlicht, dass Kalkriese der Ort der Varusschlacht sei.

 

Eineinhalb Jahrzehnte systematischer archäologischer Forschungsarbeit fanden 2005 ihren Niederschlag in der Sonderausstellung »Kalkriese – 15 Jahre Archäologie«. Das Publikum erfuhr die Geschichte des Forschungsprojekts, gewann Einblick in die Arbeitsmethoden der Archäologie und konnte anhand markanter Daten und Ereignisse, anhand von Bildern und Pressenotizen die spannende Entwicklung nachvollziehen. Thementafeln im Park erläuterten die Lebensumstände der Germanen – und warum es »die Germanen« als Einheit tatsächlich nie gegeben hat.

 

2005 erhielt Museum und Park Kalkriese den europäischen Kulturerbepreis in der Kategorie »Archäologische Denkmäler« als bisher einzige archäologische Einrichtung in Deutschland. Aus diesem Anlass präsentierte das Museum die Kalkrieser Kulturwoche.


Im Sommer 2006 öffnete sich die antike Welt der Pflanzen in Kalkriese. Es entstand ein Botanicum, in dem wächst, was vor fast 2000 Jahren die Pflanzenwelt des römischen Reiches charakterisierte. Besucher finden dort außerdem einen Ruheplatz, an dem sich auch trefflich ein Imbiss oder eine Erfrischung einnehmen lässt.

 

Die Sonderausstellung »gesprochen – geschrieben – gedruckt: Wie die Rede auf die Varusschlacht kam …« rückte 2007 die zentrale literarische Quelle zur Varusschlacht in den Mittelpunkt. Ein halbes Jahrtausend, nachdem die Rede wieder auf die Varusschlacht kam – ausgelöst durch die Wiederentdeckung von Teilen einer Schrift des römischen Publizisten Cornelius Tacitus – widmete die Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH dem römischen Schriftsteller und seinem Werk eine Sonderausstellung. Die Schau zeichnete den wechselvollen Weg der Tacitus-Jahrbücher durch die Zeiten nach und erzählt damit zugleich die Geschichte des Lesens, des Schreibens und der Bücher in den vergangenen zweitausend Jahren.

 

Seit 2009 macht die neue Ausstellung zur Varusschlacht die Geschichte dieses einzigartigen Ortes anschaulich erfahrbar und präsentiert einen aktuellen Gesamtüberblick über die Erkenntnisse aus 20 Jahren multidisziplinärer Forschung. Wirklichkeitsnah, spannend und erlebnisreich aufbereitet, vermittelt die Ausstellung faszinierende Einblicke in die Historie, in die Strukturen des Imperium Romanum und in die Situation der germanischen Bevölkerung im Nordwesten des heutigen Deutschlands. Sie veranschaulicht anhand eindrucksvoller Fundstücke und moderner Darstellungen den aktuellen Stand der Wissenschaft zur Varusschlacht und zum Schauplatz Kalkriese. Besucher können sich ein Bild machen von der Welt der Antike, sie können sich auf die Spuren der Entdeckung von Kalkriese begeben – oder sich von einem fiktiven Gespräch zwischen Arminius und Varus nach der Schlacht zum Nachdenken anregen lassen.


Ein neues Besucherzentrum empfängt seit 2009 die Besucher von Museum und Park Kalkriese. Regelmäßig präsentieren spannende Sonderausstellungen im Obergeschoss des Gebäudes archäologische Sensationen aus ganz Deutschland. Den Auftakt machte die Ausstellung »KONFLIKT« als Teil des Ausstellungsprojektes »IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht«. Danach folgte die Sonderausstellung »MARCUS CAELIUS – Tod in der Varusschlacht«. Die Wanderausstellung »Ein Himmel auf Erden – Das Geheimnis der Himmelsscheibe von Nebra« zeigte die rätselhafte Welt unserer Vorfahren. Mit der Wanderausstellung »STEINZEIT-MASSAKER.TATORT TALHEIM« konnte ein weiterer außergewöhnlicher archäologischer Jahrhundertfund in Museum und Park Kalkriese präsentiert werden. Im Jahr 2012 ging es mit der Mitmach-Ausstellung »BodenSchätze – Geschichte(n) aus dem Untergrund« in die Welt unter unseren Füßen.

 

Im Jahre 2013 beschäftigt sich eine Sonderausstellung zum Thema Gladiatoren mit den Superhelden der Antike und dem Leben und Alltag im Kolosseum. Weitere Sonderausstellungen sind in Vorbereitung.


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