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.Das Museum
Selbstbewusste Architektur im Dienste der Geschichte
Die Museumsarchitektur des Züricher Architekturbüros von Anette Gigon und Mike Guyer ist zweifellos ein architektonisches Kunstwerk. Und doch stellt es sich nicht selbst in den Mittelpunkt, sondern ordnet sich vollkommen dem Ort und seiner Geschichte unter. Man könnte meinen, es übersetze den Geist des Ortes in klare Form.
Der kompakte Kubus ist mit Stahlplatten verkleidet, deren Oberfläche mit Rost bedeckt ist. Diese Veränderungen durch natürliche Korrosion und die rostrote Farbe des Gebäudes fügen es wie einen Organismus in die umgebende Landschaft ein und schaffen so die Verbindung zu ihrer Geschichte. Die mächtigen Stahlplatten atmen zugleich eine Stärke, die den Kräften, die sich in dem Kampfgeschehen vor 2000 Jahren an diesem Ort entwickelten, in nichts nachsteht. - Oder stemmt sich der Bau, der sich wie ein Tier eng an den Erdbogen zu schmiegen scheint, gegen die anstürmende Kraft des römischen Heeres, das sich eine neue Provinz einzuverleiben drohte?
Eine Deutung ist weder einfach und eindeutig noch zwingend notwendig. Wer sich auf die Formensprache der Museums- und Parkgebäude einlässt, der findet vielleicht einen anderen Zugang zu der weit entfernten Geschichte der Varusschlacht vor zwei Jahrtausenden.
Auch die architektonischen Elemente im Park des Museums - die drei Pavillons, die Stelen des Walls und der vor dem Museum beginnende »Weg der Römer« - wollen vom Besucher individuell »erobert« werden. Der 40 Meter hohe Turm des Museum leistet für einen ersten Überblick schon einmal gute Dienste ...


