Grabung 2009 -

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Neue Spuren zum Kampf zwischen Römern und Germanen

Archäologen stellten erste Ergebnisse der Grabung 2009 vor

 

  Grabung 2009-06-kl a 2000 Jahre Varusschlacht, 20 Jahre archäologische Untersuchung – und noch immer werden weitere Hinweise auf das Kampfgeschehen zwischen Römern und germanischen Kriegern in Kalkriese gefunden. Seit Anfang Juli 2009 laufen erneut Ausgrabungen in Museum und Park Kalkriese. Erste Ergebnisse der Grabung dieses Jahres stellte Archäologin Dr. Susanne Wilbers-Rost am Dienstag, 8. September 2009, in Kalkriese vor: Das Material des als Hinterhalt errichteten Walles konnte im Boden nachgewiesen werden. Außerdem legten die Archäologen Spuren des Kampfgeschehens frei und fanden viele Hinweise auf eine eisenzeitliche Besiedlung, die im Jahrhundert vor der Varusschlacht aufgegeben worden war. Die Grabung dauert voraussichtlich bis Oktober.

 

»Wir haben den Wallverlauf abgeprüft und den Wall auch in diesem Geländebereich nachweisen können«, erläuterte Dr. Wilbers-Rost, Leiterin der Archäologie bei der Varusschlacht im Osnabrücker Land. Das zerflossene Wallmaterial lasse sich als hellbrauner, etwa zehn Meter breiter und rund 20 Zentimeter hoher Streifen im Erdreich deutlich erkennen. Insgesamt 400 Meter lang ist dieser von Menschenhand aufgeschüttete Wall, der nach den Erkenntnissen der Archäologen schon während der Kampfhandlungen teilweise einstürzte. Vor dem Wall haben die Archäologen, wie nach den bisherigen Untersuchungen vermutet, deutlich mehr Funde als im übrigen Grabungsbereich.

 

  Grabung 2009-03-kl a Gefunden wurden bei den Ausgrabungen unter anderem zwei römische Pferdegeschirranhänger, Münzen, viele Sandalennägel, Metallteile von Lanzen, ein Bruchstück eines gläsernen Auges, wie sie bei den Römern unter anderem als Möbelzier verwendet wurden. Vor allem aber viele eisenzeitliche Siedlungsspuren, eine Herdstelle, mutmaßliche Pfostenspuren, allein über 2000 Scherben – Schutt einer Ansiedlung, die bereits einige Jahrzehnte vor der Varusschlacht verlassen worden war. Die Spuren zahlreicher über die Jahrhunderte umgestürzter Bäume machen dabei dem Archäologie-Team das Leben schwer: Sie haben mit ihrem Wurzelwerk das Erdreich mitgerissen und das Unterste nach oben gekehrt. Dennoch ist für die Archäologen gerade dieser Teil besonders bedeutsam für die Erkenntnisse zum Schlachtfeld. »Wir müssen über die Siedlungsstruktur der Germanen in dieser Region mehr wissen, um den Marsch der Römer zu verstehen«, so Dr. Wilbers-Rost, »doch die Untersuchung ist eine langwierige Angelegenheit, da dazu bisher wenig vergleichbares Material existiert. Umfassende Untersuchungen an verschiedenen Stellen wären erforderlich.«

 

Zahlreiche ehrenamtliche Helfer haben auch in diesem Sommer wieder bei den Ausgrabungen geholfen. Darunter 20 junge Menschen aus verschiedenen Ländern, die beim von der Werner-Egerland-Stiftung unterstützten Europäischen Grabungs-Camp Archäologie kennen lernten und Zugang fanden zu Geschichte und Gegenwart im heutigen Europa.

 

Nur eines haben die Ausgrabungen in Kalkriese auch in diesem Jahr nicht ergeben: das exakte Datum der Kämpfe zwischen Römern und Germanen. Ein Tag ist ebenso wenig überliefert wie ein Monat. Historische Quellen und wissenschaftlichen Erkenntnisse lassen annehmen, dass die Varusschlacht im Herbst stattfand. Nur soviel ist sicher: Es war im Jahr 9 nach Christus.


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