Inhalt Mitte
Hauptinhalt
.Die Bühne der Schlacht – Ausgrabungskampagne 2012 in Kalkriese
In diesem Jahr konzentrieren sich die Kalkrieser und Osnabrücker Archäologen bei ihren Forschungen wieder auf ein germanisches Siedlungsareal. Etwa zwei Kilometer westlich des Oberesch, dem Hauptfundplatz des Kampfgeschehens und heutigem Museumspark, wird noch bis Oktober 2012 auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern gegraben. Ein Grundriss eines germanischen Hauses, das nach ersten Erkenntnissen etwa zur Zeit der Varusschlacht existiert hat, ist schon freigelegt worden. Außerdem wurden mehrere römische Kupfermünzen entdeckt.
Wie wurde die Landschaft um 9. n.Chr. genutzt? Wie dicht haben die Germanen das Gebiet besiedelt? Wie sahen die Verkehrswege aus? Wo ist die Beute aus der Varusschlacht geblieben?
Diesen zentralen Fragen soll im Verlauf der aktuellen Grabungskampagne weiter auf den Grund gegangen werden. Durch die Erforschung der großräumigen Landschaftsverhältnisse erhofft sich das Team der Archäologen wichtige Erkenntnisse über die möglichen Aufmarschwege der Römer und über die einheimische Bevölkerung die hier von 2000 Jahren gelebt hat. Neben den infrastrukturellen Gegebenheiten ist für die Wissenschaftler auch die Interpretation der römischen Funde von großer Bedeutung. Sie versuchen herauszufinden, ob die Objekte als in die Siedlung verschleppte Beute oder als Hinweis auf Kampfhandlungen an diesen Stellen zu werten sind. Zusammengefasst wird dieser Forschungsansatz unter dem Begriff »Conflict Landscape«. Gefördert werden die archäologischen Ausgrabungen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die wissenschaftlichen Untersuchungen in Kalkriese sind ein Kooperationsprojekt der Universität Osnabrück und der Varusschlacht im Osnabrücker Land.
Schon im vergangenen Jahr haben die Archäologen bei Grabungen westlich von Venne eine germanische Siedlungsfläche freigelegt. Durch die Datierung der gefundenen Keramik ist mittlerweile
klar, dass die Siedlung in den Jahrzehnten um Christi Geburt, also etwa in der Zeit der Varusschlacht, bewohnt war. Neben einer Vielzahl an Tongefäßscherben wurden tönerne Spinnwirtel und Reste von Eisenschlacken entdeckt, die Hinweise auf die Verarbeitung von Wolle und Metall geben. Wissenschaftlich besonders interessant ist der Fund mehrerer Fragmente von Mahlsteinen aus Basaltlava. Sie stammen wahrscheinlich von römischen Handdrehmühlen. Wie sie in die Siedlung gelangt sind – durch Handel oder als eine Hinterlassenschaft des römischen Heeres – bleibt spannend und wird die Wissenschaftler in Kalkriese und Osnabrück sicher noch eine Weile beschäftigen.
Neues aus der Archäologie
»Sickness, Hunger, War, and Religion: Multidisciplinary Perspectives« - Rachel Carson Center
http://www.carsoncenter.uni-muenchen.de/publications/perspectives_mainpage/index.html
Der Beitrag zu Kalkriese beginnt auf Seite 91.
Die archäologischen Grabungen und Forschungen werden gefördert von:







