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Phantom Germanicus. Spurensuche zwischen historischer Überlieferung und archäologischem Befund

Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens Band 53

PHANTOM GERMANICUS

Der Sammelband »Phantom Germanicus. Spurensuche zwischen historischer Überlieferung und archäologischem Befund« fasst die aktuellen Forschungsergebnisse zu den römischen Feldzügen des Germanicus zusammen.

2015 veranstaltete das Wissenschaftlerteam vom Museum und Park Kalkriese zusammen mit der Universität Osnabrück und dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege eine Tagung zu den Kriegszügen des Germanicus in Germanien. Drei Jahre lang (14–16 n. Chr.) durchzogen acht römische Legionen unter Führung des designierten Thronfolgers Germanicus das rechtsrheinische Germanien. Nie zuvor und nie danach sollte ein solch großes römisches Heeresaufgebot germanischen Boden betreten. Ziel dieser Mission war es, das in der Varusschlacht verlorene Terrain wiederzugewinnen und Germanien erneut unter römische Kontrolle zu bringen. Die Mission scheiterte jedoch und die römischen Legionen zogen sich auf lange Zeit hinter den Rhein zurück. Germanien blieb in weiten Teilen unabhängig.

Dieser Kriegszug wurde wie kaum ein zweiter ausführlich vom römischen Historiker Tacitus beschrieben. Doch archäologische Spuren scheinen diese Militäraktionen nicht hinterlassen zu haben. Das ist äußerst erstaunlich, denn selbst kleinere Kontingente und Aktionen früherer Jahre haben sich in den Bodenfunden niedergeschlagen. Germanicus mit seinen Truppen ist scheinbar ein Phantom, das bis heute unerkannt ist.

Auf der Tagung im Sommer 2015 wurde der aktuelle Forschungsstand in der Geschichtswissenschaft und der Archäologie zu den römischen Feldzügen in den Jahren nach der Varusschlacht diskutiert, die relevanten Fakten vorgelegt und Wege gesucht, das Phantom Germanicus aufzuspüren.

Herausgeber: Stefan Burmeister / Salvatore Ortisi

Sammelband – 360 Seiten mit 105 Abbildungen und 32 Tabellen

Inhalt:

Grußwort
Joseph Rottmann

Phantom Germanicus – ein Vorwort
Stefan Burmeister und Salvatore Ortisi

Sine ira et studio? – Germanicus und die Germanenkriege in der antiken Überlieferung
Rainer Wiegels

Zur Erforschung der Germanicusfeldzüge, zu den Ursachen für die Unmöglichkeit ihrer Rekonstruktion und zu den Problemen des Germanicus-Bildes
Peter Kehne

Streitkräfte und Strategien. Roms militärische Reaktion auf die clades Variana
Stefan Burmeister und Roland Kaestner

Militärlager, Schlachtfeld, Zivilsiedlung. Über die Unvergleichbarkeit des Gleichzeitigen
Gabriele Rasbach

Die Knochengruben auf dem Oberesch in Kalkriese – zum Spannungsverhältnis zwischen archäologischem Befund und antiken Schriftquellen
Achim Rost und Susanne Wilbers-Rost

Die relative Chronologie innerhalb der römischen Nekropole von Haltern und ihre Verknüpfung mit der absoluten Chronologie der augusteischen Germanenkriege
Stephan Berke

Ist ein »Germanicus-Horizont« erkennbar? Versuch einer Annäherung an Terra-Sigillata-Fundspektren in spätaugusteisch-frühtiberischer Zeit
Bernhard Rudnick

Gibt es einen »Germanicus-Horizont« im Fundmünzaufkommen?
Ulrich Werz

9 or not 9? New thoughts on Waldgirmes, Haltern, Kalkriese and co.
David Wigg-Wolf

Germanicus on the Upper-Rhine. Late Augustan and early Tiberian contexts from Germania Superior
Stéphane Martin

Zwischen VAR(us) und Germanicus: Die spätesten Kontermarken auf den Buntmetallmünzen von Kalkriese
Reinhard Wolters

Zeiten des Umbruchs. Landschaftsveränderungen um Christi Geburt im Emsmündungsgebiet und die Folgen für die Siedlungsstrukturen
Annette Siegmüller

Römisch-germanische Kontakte an der Huntemündung? Fragestellungen, Methoden und erste Ergebnisse aktueller interdisziplinärer Forschungen am Ufermarkt von Elsfleth-Hogenkamp und seinem Umfeld
Andreas Folkers, Hauke Jöns, Stephen Merkel, Saryn Schlotfeldt, Annette Siegmüller,
Katrin Struckmeyer und Steffen Wolters


Artikelnummer: 9783896468451
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