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A walk in the park #KultTrip

05. August 2016 | Museumsblog | 0 Kommentare

A walk in the park #KultTrip

A walk in the park oder Wandeln auf den Spuren der Römer #KultTrip

Vom Besucherzentrum geht es gleich wieder ins Freie, wenn man die Dauerausstellung zur Varusschlacht besuchen will. Doch heute gehe ich nicht in die Ausstellung, sondern folge dem Weg der Römer im Museumspark. Der erste Eindruck: Ganz schön weitläufig und ruhig. Der Park des Varusschlacht Museums ist tatsächlich selbst ein Teil der Ausstellung, wie ich auf meinem Spaziergang feststelle. Mir fällt dabei auf, dass der Turm, mit dem Museum und seiner Aussichtsplattform, stets über den Bäumen hervorragt – ein Leuchtturm der Geschichte, wenn man so will.

Zurück zu meinem Spaziergang. Ich betrete den Park über eine Brücke, die aus ganz in Reih und Glied angeordneten Stahlplatten besteht. Sie sollen an eine Legion auf dem Marsch erinnern. Auf einer der Platten lese ich den ersten Text auf meinem Weg:

Überlieferung… unweit des Teutoburger Waldgebirges, wo die Überreste des Varus und der Legionen unbestattet liegen sollen… Haud procul teutoburgiensi saltu inquo relicuiae vari legionumque insepultae dicebantur…
(Cornelius Tacitus römische Geschichtsschreiber geboren um 55 n. Chr.)

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Muskelkraft und Fingerspitzengefühl – Ein Tag auf der Grabung

04. August 2016 | Museumsblog | 0 Kommentare

Muskelkraft und Fingerspitzengefühl – Ein Tag auf der Ausgrabung

Muskelkraft und Fingerspitzengefühl – Ein Tag auf der Grabung

7 Uhr – Frische Morgenluft, ein klarer blauer Himmel mit einigen Schäfchenwolken und eine absolute Ruhe im Museumspark. Alles, was man hört, ist der Wind und Vogelgesang. Eine kleine Idylle, die jäh unterbrochen wird als der Grabungsleiter mit seinem PKW auf das Gelände fährt und sich die Grabungshelfer am Bauwagen sammeln.

Die ersten Handgriffe: Arbeitsschuhe werden geschnürt, Kaffee aufgesetzt und die Arbeitswerkzeuge zusammengepackt. Bewaffnet mit zwei Schubkarren, etlichen Schaufeln, Kellen, Eimern und weiteren Utensilien geht es auf die Grabung. Arbeitsanweisung für heute lautet das rechte Planum zu putzen. Putzen heißt hier mit Hilfe von Schaufeln Schlamm und Erdschichten abzutragen, bis man auf den archäologisch interessanten Grundboden kommt. Anschließend geht es an die Feinarbeit: Mit Kellen per Hand und auf den Knie den Boden möglichst glatt ziehen.

Der schlammige Boden ist schwer zu Schaufeln und schon nach kurzer Zeit merke ich, dass ich diese Form der körperlichen Arbeit nicht gewohnt bin. Ich wechsle von der Schaufel an die Kelle: Es geht auf die Knie, ein Gartenkissen dient als Unterlage und nun gilt es die Fläche nach und nach von vorne nach hinten mit der Kelle fein abzuputzen. Zu zweit oder zu dritt wird am Boden gearbeitet, während parallel weiter geschaufelt wird. Nur unterbrochen von einer Kaffeepause wird bis mittags an diesem Planum gearbeitet. Vier Grabungshelfer sind wir heute, allesamt Studenten der Geschichte, Geographie oder wie in meinem Fall der Germanistik. Trotz der anstrengenden Arbeit bleibt die gute Laune und Motivation: Anfangs wird die Arbeit noch von Musik aus dem Bagger begleitet. Später, als der Bagger an anderer Stelle im Einsatz ist, um einen neuen Bereich freizulegen, wird selbst gesungen. Madonna-Songs und Eigenkreationen wie „Das bisschen putzen macht sich von allein, sagt mein Chef“ begleiten die Arbeit. Besonders motivierend für mich ist es den direkten Fortschritt an der geputzten Fläche zu sehen. Dann ist es geschafft: Das Planum ist geputzt, doch das ist nur einer von vielen Arbeitsschritten auf einer archäologischen Grabung.

Bevor es in die Mittagspause geht, steht noch die Dokumentation der freigelegten Befunde aus. Befunde sind Verfärbungen im Boden an denen die Archäologen vergangene Strukturen erkennen können. Es sind – mal wieder, wie die Grabungshelfer bemerken – neuzeitliche Pfosten, die auf dieser Fläche vielfach vertreten sind. Etwa 20 Befunde wurden heute freigelegt. Zur Dokumentation werden die Bereiche nochmal nachgeputzt, nummeriert, fotografiert und vermessen.

13 Uhr – Mittagspause. Sitzen, durchatmen, essen. Es steht noch einige Arbeit auf dem Plan und die mittägliche Stärkung weiß man zu schätzen.

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14 Tage als Museumspädagoge

13. Juli 2016 | Museumsblog | 0 Kommentare

14 Tage als Museumspädagoge

Max Alfing (17, Gymnasium in der Wüste) erzählt von seinem Praktikum

Meine erste Begegnung mit dem Varusschlacht-Museum fand im Rahmen der Römer- und Germanentage statt, die ich mit meiner Familie besucht habe. Die Römer und Germanen, die sich in Kostümen und Gewändern auf und im Museumspark tummelten, haben es mir sofort angetan. Als ich vor einem Legionärszelt einen römischen Offizier traf, der sich in voller Montur und Rüstung präsentierte, interessierte mich besonders, wie schwer so eine Rüstung tatsächlich war – und der Zenturio setzte mir prompt seinen schweren eisernen Helm mit Kopfschmuck auf! Ich glaube, dass dieser Tag mein Interesse für Geschichte und insbesondere die römische geweckt hat.

Als Praktikant der Museumspädagogik habe ich innerhalb von zwei Wochen einen sehr guten und spannenden Eindruck von dem Alltag eines Museumspädagogen erhalten. Ehrlich gesagt wusste ich zu Anfang nicht genau, was ich von meinem Praktikum erwarten sollte, aber mein „Chef“, Museumspädagoge Stephan Quick, gab mir ziemlich schnell eine Idee und Richtung, wohin mein Praktikum führen sollte.

Als erstes verschaffte ich mir einen Überblick über das Programmangebot und natürlich über die Ausstellung. Was ich an den Führungen gut fand, war auf jeden Fall das vielfältige Angebot an Führungen, die für jede Altersklasse geeignet sind: Man kann als Kind für einen Tag in die Haut eines römischen Legionärs der Antike schlüpfen und sogar in Rekonstruktionen von römischen Zelten auf dem Museumsgelände übernachten. Als Erwachsener kann man nicht nur die Dauerausstellung besuchen und mehr zu den Hintergründe der Varusschlacht erfahren, sondern auch die zur Zeit laufenden Ausgrabungen besuchen und so etwas über die Arbeit der Archäologen erfahren. Besonders gut hat mir die Arbeit mit den Kindern gefallen, vor allem, wenn sie selbst Begeisterung an dem Thema gezeigt haben, was immer der Fall und wiederum dem großen, interessanten Angebot des Museums zu verdanken war.

Aber ich bin nicht nur bei den Führungen dabei gewesen, sondern habe Stephan Quick auch in Besprechungen und zu Terminen begleitet und dabei gelernt, wie zum Beispiel das Museum und Schulen kooperierend zusammenarbeiten und dabei auch große Projekte umsetzen, wie einen Film zusammen zu planen. Was ich auch aus erster Nähe beobachten durfte: Die Anforderungen, die an Museumspädagogen gestellt werden. Man muss sehr flexibel sein und als „Schaltzentrale“ des Museums auch gut den Überblick behalten. An der Stelle meinen Respekt für Herrn Quick, dass er das so alles auf dem Schirm hat.

Am Ende meines Praktikums konnte ich die Erfahrungen aus beiden Bereichen zusammenfließen lassen, und zusammen mit Herrn Quick eine Lesereihe für Kinder gestalten, welches mir viel Spaß bereitet hat, und was, wie ich hoffe auch bei den Kindern gut ankommt. Ich konnte viele Erfahrungen gewinnen und möchte am Ende dem gesamten Team des Museums meinen Dank aussprechen, für diese tolle und spannende Zeit, mit der ich nur positive Erinnerungen und Erfahrungen verbinde, die ich hier gesammelt habe. Es war ein tolles Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde!

von Max Alfing

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Interview mit unseren »Goldjungs«

30. Juni 2016 | Museumsblog | 0 Kommentare

Interview mit unseren »Goldjungs«

Interview mit unseren »Goldjungs«

Die Pressekonferenz mit dem Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert am 8. Juni war gerade vorbei, da traute am 9. und 10. Juni das Grabungsteam vom Museum und Park Kalkriese und der Universität Osnabrück unter der wissenschaftlichen Leitung von Salvatore Ortisi und Marc Rappe bei der Öffnung eines neuen Schnitts seinen Augen nicht. Zunächst kamen sechs und am nächsten Tag zwei weitere Goldmünzen zum Vorschein. Mit diesen acht neuen Gaius-Lucius-Aurei wird der bisherige Bestand des Museums von sieben auf fünfzehn mehr als verdoppelt. Aus früheren Zeiten bekannte Aurei aus dem Fundgebiet Kalkriese sind leider heute größtenteils verschollen.

VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese:  Herr Rappe und  Herr Fehrs, Sie haben am 9. und 10. Juni bedeutende Funde gemacht, erzählen Sie doch mal.

Klaus Fehrs:  Naja... es fing ganz harmlos an, wir haben eine Fläche freigebaggert, bzw. Marc  hat sie freigebaggert... Ich hatte das Suchgerät noch gar nicht angesetzt, da sehe ich bereits auf der Fläche etwas funkeln. Im ersten Moment habe ich gedacht, dass das vielleicht ein Alupapier von einem Kaubonbon ist. Aber es war ein Aureus. Da habe ich Marc gleich herbeigewunken, aber der meinte: „Nein, den hast du jetzt dahingelegt“.

Marc Rappe: Ja, genauso sah das nämlich aus. In dem Moment, in dem ich abgezogen habe, sprang dieser Aureus genau aus der Torflinse, die ich gerade geteilt hatte, und in dem Moment dachte ich, dass Klaus mir aus Spaß da eine Münze hingeworfen hat, um mich zu motivieren. Aber nach der zweiten, dritten und vierten, nach der fünften und nach der sechsten Münze vor allem hab ich's dann geglaubt. Am nächsten Tag kamen dann noch mal zwei per Detektor. Das heißt, wir haben jetzt acht augusteische Aurei innerhalb eines Quadratmeters gefunden.

MuP Kalkriese: Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Fund. Was bedeutet dieser neuerliche Fund von acht Goldmünzen für den Standort Kalkriese?

Fehrs: Eigentlich nicht viel. Abgesehen davon, dass Gold immer etwas Besonderes ist, ist das im Prinzip auch nur ein weiterer Fund. Jetzt wäre zu überlegen, ob das was mit dem Verlust eines – wahrscheinlich – Offiziers zu tun hat oder ob die Stücke während der Schlacht auf andere Weise in den Boden gekommen sind.

Rappe: Ja, also acht auf einen Streich sind schon eine kleine Sensation, zumal sie innerhalb eines Quadratmeters zum Vorschein gekommen sind. Diesen Befund müssen wir jetzt noch abarbeiten. Acht Aurei aus augusteischer Zeit sind wirklich nicht schlecht.

MuP Kalkriese: Ändert sich damit etwas für die Interpretation des Geschehens hier am Ort?

Rappe/Fehrs: Nein, nichts.

Rappe: Die Gaius-Lucius-Münzen waren bis jetzt auch die Schlussmünzen (Münze mit dem spätesten Prägedatum), egal ob es als Denar (Silber) oder als Aureus (Gold) war. Die Enddatierung bleibt: Diese Münzen wurden von zwei vor Chr. bis vier nach Chr. in Lyon geprägt. Sehr wahrscheinlich gehörten sie einem Zenturio oder einem anderen Offizier, wenn da nicht tatsächlich jemand seinen Jahressold mitgeführt hat.

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Gaius/Lucius-Prägungen sind Münzen, die sowohl als Aurei (also als Goldmünzen) als auch als Denare (also Silbermünzen) vorliegen. Sie sind benannt nach den Enkeln Augustus‘, die im Revers, im Abschnitt, mit C-L-Caesares benannt werden. In der Umschrift werden sie als AVGVSTI F COS DESIG PRINC IVENT bezeichnet, was aufgelöst so viel wie ‚Söhne des Augustus, designierte Konsuln und Anführer der Jugend‘ bedeutet. Im Innern des Münzrevers sieht man die Caesares mit Schild und Speer, außerdem einen Lituus und ein Simpulum. Lituus und Simpulum sind Zeichen ihres priesterlichen Ranges. Im Avers ist das Konterfei des Augustus mit der Umschrift CAESAR AVGVSTVS DIVI F PATER PATRIAE zu sehen: ‚Caesar Augustus, Sohn des Vergöttlichten (Gaius Julius Caesar), Vater des Vaterlandes‘. Mit dem Tod der beiden Brüder in den Jahren 2 und 4 n. Chr. waren jegliche Hoffnungen Augustus‘ in einem seiner Enkel einen Nachfolger gefunden zu haben, zerstört, die Münzserie brach ab.  
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MuP Kalkriese: Herr Fehrs, Sie arbeiten nun seit bereits 25 Jahren für die Kreisarchäologie und das Museum Kalkriese. Freut man sich da noch, wenn man eine Goldmünze findet?

Fehrs: Natürlich! Also ich freu mich auch nicht unbedingt nur über Goldmünzen; jeder Fund, den ich als römisch ansprechen und den ich in diese Zeit datieren kann, elektrisiert mich immer wieder. Um die Quadratkilometer abzulaufen, die ich mittlerweile auf dem Felde abgelaufen habe, muss man sich einfach immer wieder neu motivieren können, sonst ginge das gar nicht.

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Crashkurs Varusschlacht - Nach dem Dreh ist vor der Premiere!

16. Juni 2016 | Museumsblog | 2 Kommentare

Nach den Dreharbeiten im Museum haben unsere PEER-Teamer gemeinsam mit den Medienpädagogen Hanna von Behr und Henning Lichtenberg das Rohmaterial gesichtet. In der zweiwöchigen Post-Produktion wurde u. a. am Ton und an der Lichteinstellung gearbeitet, die Szenen geschnitten und ein Trailer zum Film produziert!



Für die erste öffentliche Präsentation des Trailers luden unsere PEER-Teamer Freunde, Bekannte und Verwandte ins Museum ein. Gemeinsam mit dem Theaterpädagogen Miguel Lugasi berichteten die Jugendlichen ihren Gästen von ihren Erlebnissen während des Projekts, von der Idee des Films, der Entwicklung des Drehbuchs, ihrer Rollen, den Szenen – von denen die eine oder andere am Ende auch wieder gestrichen werden mussten – und den Proben sowie schließlich von den Dreharbeiten vor Ort. Als Vorgeschmack auf die große Premiere des Films am 17.06. in der Thomas-Morus-Schule wurde der Trailer des Films präsentiert.



Im Anschluss führten die PEER-Teamer ihre Gäste das Museum und erkundeten den Museumspark. In der Dauerausstellung erläuterten Einige die Hintergründe der Varusschlacht, während andere im Gelände dem Tross der Legionäre folgten und die Drehorte im Museumspark aufsuchten, um dort aus dem Nähkästchen zu plaudern!


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„Crashkurs Varusschlacht“ - Die Drehtage

24. Mai 2016 | Museumsblog | 2 Kommentare

Der Dreh beginnt!

Nach den vielen Proben, die unsere PEERS in den vergangenen Wochen einstudierten, wurde es an diesem Wochenende ernst. Der große Dreh unseres Film im Projekt »Crashkurs Varusschlacht« begann, der historische Schauplatz wurde zu Drehort und Kulisse für das Filmprojekt. Für dieses Highlight zogen unsere PEERS für ein Wochenende in die Römerzelte und kochten das Essen wie vor 2000 Jahren im Museumspark über dem Lagerfeuer

„Drei, zwei, eins, Action!“

Take um Take, leitete der Regie führende Theaterpädagoge Miguel Lugasi die Szenen für unsere Schauspieler ein Das hieß für alle Beteiligten vor und hinter der Kamera: Volle Konzentration! Medienpädagoge Henning Lichtenberg richtete für jede Szene das Setting ein. Unterstützt wurde er dabei von unseren PEER-Teamern Cedric an der Kamera und Ole am Ton. Zusammen, stellten sie die Kameras, regulierten die Tonlautstärke am Set und achteten darauf, dass in jeder Szene perfekte Lichtverhältnisse herrschten. Ebenso wählten sie die Drehorte aus – selbst wenn dafür Besucherwege im Museumspark zum Teil zeitweise gesperrt werden mussten. Gleich am ersten Drehtag konnten unsere PEERS einige schaulustige Museumsbesucher und staunende Beobachter am Set begrüßen.

Doch auch hinter der Kamera wurde auf Hochtouren gearbeitet, vor allem in der Requisite und Maske, damit vor der Kamera alles perfekt saß! Die für jede Szene notwendigen Kostümproben waren aufwendig – nicht nur hohe Schuhe, Sonnenbrillen und Gummistiefel wurden gebraucht! Einige Schauspieler schlüpften gleich in mehrere Rollen und mussten in den Drehpausen zwischen den Takes schnell das Kostüm wechseln. Unseren PEERS Birte und Cäcilia wurden die Haare gestylt und frisches Make-Up aufgelegt, Jan schlüpfte ins römische Kettenhemd und Cedric in das germanische Gewand. 

Szene um Szene

Aufritt unserer PEER-Teamerin Cäcilia! Vor laufender Kamera musste jede Szene einmal perfekt sein. Dabei wurden noch letzte Kleinigkeiten besprochen, die Szenen um neue Aspekte ergänzt oder Texte kurzfristig geändert. Es herrschte eine konzentrierte und kreative Atmosphäre. „Drei, zwei, eins, Action!“ Miguel Lugasi spornte in jeder Szene zu Höchstleistungen an. Jedes Take wurde bis zur Perfektion wiederholt. Dabei stellte sich heraus, dass nicht unbedingt die langen Texte schwierig waren, sondern eher die kurzen. Dort die richtige Betonung zu finden, führte schon mal zu kleinsten Schwierigkeiten. Nach dem Cäcilia die erste Szene erfolgreich gemeistert hat, sank sie erleichtert in die Arme ihrer Kollegin Birte!

Nach insgesamt drei langen Drehtagen waren alle Szenen im Kasten. Beim Schnitt und in der Post-Produktion werden unsere PEERS in den nächsten Wochen dann den endgültigen Film zusammenstellen. Im Juni folgt dann die große Filmpremiere in der Thomas-Morus-Schule. Die Vorfreude darauf ist nach diesem tollen Wochenende groß!


Jannik,  16 Jahre

Mir machen vor allem die Proben und die Vorbereitungen zum Drehtermin Spaß. Da geht es vor allem um die Schauspielerei, angefangen bei kleinen Übungen bis hin zum Spielen von ganzen Szenen! Von den Objekten im Museum sind mir vor allem die Münzen in Erinnerung geblieben, da wir diese bei unserem Besuch bei der Restauratorin nochmal durch ein Mikroskop genauer anschauen konnten.

Jan, 15 Jahre

Am besten bei dem Projekt »Crashkurs Varusschlacht« ist auf jeden Fall das Schauspielern.  Ich mag es total mit meiner Mimik und Stimme zu arbeiten und so völlig in eine bestimmte Rolle zu schlüpfen. Ich finde auch, dass die Maske das spannendste Ausstellungsstück ist. Sie ist nicht nur das wichtigste Objekt im Museum, sondern sieht auch genial aus!

Serdar, 14 Jahre

Am besten gefällt mir hier das Drehen. Wir haben viel Arbeit in die Proben und Ausarbeitung gesteckt, dass es cool ist, beim Dreh alles umsetzen zu können. Außerdem ist das unser Ergebnis des Projektes, auf das wir alle hinarbeiten. Am meisten mag ich in der Ausstellung die Maske, da sie ein Beweis dafür ist, dass die Varusschlacht hier stattgefunden hat und sie ein besonderes Objekt, das man nur selten findet.

Birte, 15 Jahre

Ich lerne hier so viel Neues – das macht am meisten Spaß! Das Thema »Varusschlacht« ist total interessant und spannend. Außerdem sind die Treffen in der Gruppe immer sehr lustig, so dass wir auch untereinander viel Spaß haben und lachen. Aus der Ausstellung sind mir die Knochengrube, die Maske und das Modell der Legionäre auf dem Marsch in Erinnerung geblieben!

Jonas, 14 Jahre

Ich mache bei dem Projekt »Crashkurs Varusschlacht« mit, weil ich gerne Kurzfilme drehen möchte. Die Arbeit mit der Kamera macht mir am Meisten Spaß! Außerdem finde ich die Ausrüstung der Legionäre sehr spannend. Die Schilde der Römer waren nicht nur sehr schön verziert, sondern wehrten in der Schlacht die Schläge des Gegners ab und konnten damit Leben retten.

Cäcilia, 15 Jahre

Am meisten gefällt mir das Entwickeln des Films. Das Theater-Training bringt immer richtig lustige Momente. Die Spiele und die Zusammenarbeit mit den anderen Kindern ist toll. Mein Lieblingsobjekt ist die Maske. Besondern aufgefallen sind mir auch die Zitate der antiken Autoren in der Ausstellung, denn sie bringen einen Bezug zur Umgebung.


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„Crashkurs Varusschlacht“ - Kultur macht Stark

28. April 2016 | Museumsblog | 0 Kommentare

»Crashkurs Varusschlacht« - Kultur macht Stark

Hier erfahrt ihr alles rund um das Projekt »Crashkurs Varusschlacht«

Acht Schülerinnen und Schüler der Thomas-Morus-Schule widmen sich sechs Monate lang intensiv dem Thema der Varusschlacht. Ihre Einblicke drücken sie in einem Film aus, der am 16. Juni in ihrer Schule gezeigt wird.

Was ist die Varusschlacht? Wer war Varus?

Wie spannend jahrtausendalte Geschichte sein kann, entdeckt die Projektgruppe zusammen mit Theater- und Medienpädagogen und dem Team des Museums und Parks Kalkriese: Varusschlacht im Osnabrücker Land. Mit Kamera und Smartphones bewaffnet, erkunden sie das Museum und tauchen ein in die römische Geschichte. Wie das Ergebnis aussieht? Das erfahrt ihr bei der Filmpremiere! Wer keine Zeit hat, kann sich den Film auch bei YouTube anschauen.

Museum und Park Kalkriese sind im Jahr 2016 Projektpartner von »Kultur macht stark«. Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Deutsche Museumsbunds will Jugendliche, die bislang wenig oder gar nicht mit dem Thema Kultur und Museum in Berührung gekommen sind, für Museen als Lern- und Erlebnisorte begeistern. In »Peer to peer«-Programmen finden ihren eigenen Zugang zum Museum und stellen ihn anderen Jugendlichen auf Augenhöhe vor.

Über alles Weitere – wer die Schülerinnen und Schüler sind oder was sie genau in diesem Projekt machen – darüber halten wir euch hier auf dem Laufenden!

Stimmen unserer Peer-Teamer

Cedric, 14 Jahre 

Am besten gefällt mir an dem Projekt »Crashkurs Varusschlacht«, dass wir einen Film drehen. Wir sammeln viele Erfahrungen und lernen verschiedene Menschen kennen. Von den Objekten im Museum sind mir am meisten die medizinischen Geräte in Erinnerung geblieben – und natürlich die Maske! Das Museum kannte ich schon vorher und will es näher kennen lernen und andere Leute davon begeistern, da ich Geschichte selbst auch toll finde.

Ole, 14 Jahre

Mir macht es besonders viel Spaß, viel über die Varusschlacht zu lernen und Leute kennenzulernen, die von dem  Thema ebenfalls begeistert sind. Deswegen ist für mich auch die Maske das spannendste Objekt im Museum. Es ist so alt und das ausschlagebenste Argument dafür, dass die Varusschlacht in Kalkriese stattgefunden hat. Besonders gefallen mir auch die Theaterkurse und die schauspielerische Umsetzung des Themas.

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Gefahr auf See - Piraten in der Antike

21. April 2016 | Museumsblog | 0 Kommentare

In wenigen Tagen eröffnet in Kalkriese die neue Sonderausstellung
Ein Bericht von den letzten Metern auf der Zielgeraden

Noch zwei Tage bis zur Eröffnung. Zwar ist noch eine Menge zu tun, doch eines ist jetzt schon klar: Wir werden pünktlich fertig. Das sah vor einer Woche noch ganz anders aus. Da warteten wir auf den Kunsttransport mit den Leihgaben und Teilen des Ausstellungsmobiliars aus Italien. Es verging ein Tag, der zweite Tag begann. Nachmittags traf der Transporter endlich ein; eineinhalb Tage zu spät. Ein Missverständnis beim Zoll hatte die Ausreise aus Italien verhindert, später sorgten lange Wartezeiten an den österreichischen Grenzen für mehrstündige Verspätungen. Anstatt zwei Tagen blieben uns nun nur noch wenige Stunden bis zum Eintreffen der Kuriere für den Aufbau. In Windeseile wurde entladen und dann bis tief in die Nacht gehämmert und gebohrt, gerückt und geschoben. Donnerstagmorgen, als die ersten Kuriere kamen, sah es aus, als sei fast nichts gewesen. Eigentlich waren wir vor allem froh, dass der Transporter überhaupt so prall gefüllt gekommen war. Auch dies war in den Wochen zuvor alles andere als zu erwarten. Die seit Herbst geltenden neuen Regularien zur Leihgabenpraxis und den Ausleihbedingungen in Italien hatten uns erwischt. Neue Zuständigkeiten, unklare Kompetenzen, noch mehr Bürokratie, unter der, das ergaben die seither geführten zahllosen Gespräche, vor allem die italienischen Kollegen in den Museen immer mehr leiden, hatten sich gegen uns verschworen. Für uns alles ziemlich unerwartet. Objekte, die seit einem halben Jahr sicher schienen, wurden abgesagt oder zugesagte Anzahlen drastisch reduziert.
Doch mit vereinten Kräften und Unterstützung von allen Seiten gelang es schließlich doch noch, zum Beispiel die Funde aus dem Schiffswrack von Comacchio nach Kalkriese zu bringen. Für das eine oder andere Stück fand sich Ersatz, der sogar besser oder schöner war als das ursprünglich geplante Objekt. Zum Beispiel die wunderbare attische Vase aus Tarquinia. Ein wahres Prachtstück! Ihre meisterhafte Bemalung erzählt die gesamte Geschichte von der Entführung des beliebten Gottes Dionysos durch die Piraten. Da sitzt er dann auf seinem Schiff, während vorne und hinten die von ihm in Delfine verwandelten Piraten ins Meer springen und hält einen Becher mit auffallend großen Henkeln in der Hand, den man an anderer Stelle gleichfalls in unserer Ausstellung bewundern kann.

Doch auch andere Überraschungen ließen uns zuweilen nach Luft schnappen wie Fische an Land. Da entpuppte sich der kleine Kupferbarren aus Cagliari, der mit 22 cm Länge angegeben war, was in der Tat ungewöhnlich handlich gewesen wäre, als 75 cm langes und rund 25 kg schweres  Objekt. Das passte nun keinesfalls mehr in die vorgesehene Vitrine. Im Gegenzug erwiesen sich andere Objekte als sehr viel kleiner als anhand der Angaben vermutet. Doch derlei Missverständnisse sind nicht ungewöhnlich. Viele unserer Leihgaben sind »brandneu« und noch gar nicht wissenschaftlich vollständig bearbeitet. Andere wiederum schlummern sicher verwahrt im Depot, weil für sie in der Dauerausstellung kein Platz war. Erst die Leihanfrage bringt sie nach Jahrzehnten wieder ans Tageslicht. Für derartige Altbestände gibt es häufig keine Fotografien und auch die vorhandenen Angaben sind nicht selten lückenhaft. In vielen Häusern fehlt angesichts der ständig wachsenden Aufgaben und dem nicht abreißenden Strom an Neuzugängen, einfach die Zeit, um Altbestände aufzuarbeiten. Aber natürlich besteht gerade bei solchen Objekten eher die Bereitschaft, sie auf Wanderschaft zu schicken. Denn kein Museum reißt gerne Lücken in seine Dauerausstellung und verzichtet monatelang auf seine Highlights. Zum Glück sind Museen sehr kollegial. Viele helfen einander, wo sie können. Und wenn ein Konzept überzeugt und ein Thema begeistert, dann werden zuweilen auch aus der Dauerausstellung Exponate entnommen.

Das war offenbar in unserem Fall gegeben. Denn eine Vielzahl der Objekte, die wir nun in der Sonderausstellung zeigen, sind ausgesprochene Schätze. Angefangen bei dem immerhin fast 3000 Jahre alten phönizischen Schmuck über die fantastischen etruskischen Sarkophage aus Volterra hin zu den unglaublichen Wrackfunden aus Camarina und dem bereits erwähnten Comacchio. Da kann man als Kurator wahrhaft ins Schwärmen geraten und nach zwölfmonatiger intensiver Arbeit ist mir natürlich nicht nur das Thema, sondern auch das eine oder andere Objekt ans Herz gewachsen. Die Dionysosvase gehört definitiv dazu, aber auch die kleinen Purpurschnecken aus Mozia. Kaum vorstellbar, dass sie den Stoff lieferten, der vor Jahrtausenden die Mächtigen zum Träumen brachte – so klein und geradezu verletzlich liegen sie da in ihrer Vitrine und haben eben auch schon fast 2800 Jahre auf dem Buckel bzw. am Gehäuse.

Apropos verletzlich – das ist ein Stichwort, das im Grunde für die meisten Exponate gilt. Tausende Jahre alt hat an ihnen wahrhaftig der Zahn der Zeit genagt. Einige vertragen keine feuchte Luft, für andere darf es nicht zu trocken sein. Manche mögen es eher warm, andere eher gemäßigt oder gar kühl. Und dritte sind auch noch lichtscheu. All dies ist zu beachten und nicht selten passiert es dann, dass das wunderbare Arrangement, das man sich überlegt hatte, an eben solchen Gesichtspunkten scheitert. Aber: Sicherheit geht vor, schließlich haben die Objekte 3000 Jahre überlebt. Da sollen sie natürlich nicht ausgerechnet in unserer Ausstellung Schaden nehmen. Jedes der gezeigten Objekte ist einzigartig und lässt sich eben nicht ersetzen. Ein Verlust wäre unwiederbringlich. Vitrinen bieten deshalb eben nicht nur Schutz vor Staub und Händen, sondern vielfach bieten sie ein Zuhause auf Zeit, das perfekt auf die Bedürfnisse des Gastes abgestimmt ist. Bei besonders sensiblen Vertretern kontrolliert ein Überwachungssystem ohne Unterlass, ob alle Grenzwerte eingehalten werden und schlägt natürlich auch sofort Alarm, sobald sich unbefugte Finger Einlass verschaffen. Bis eine Ausstellung fertig vor uns steht ist eine Menge zu bedenken. Und am besten ist es, wenn man ihr die Mühe nicht im Geringsten ansieht. Schließlich sollen Sie, unsere Besucher, sich auf die Ausstellung konzentrieren können und durch nichts abgelenkt werden. Und auch wenn wir uns gelegentlich mal in die Karten blicken lassen, sind wir ja nicht das Thema, sondern „Gefahr auf See – Piraten der Antike“. Begeben Sie sich auf eine lange Reise durch die Antike und lassen Sie sich bloß nicht kapern!

von Heidrun Derks

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Start des neuen Museumsblogs Kalkriese

30. März 2016 | Museumsblog | 17 Kommentare

Start des neuen Museumsblogs Kalkriese

Auf Facebook sind wir seit gut vier Jahren vertreten. 2015 haben wir erste Erfahrungen mit dem zeitlich begrenzten Blog zur Aktion „Römer on Tour“ gesammelt. Und seit Anfang des Jahres „zwitschert“ Varus auf Twitter.

Jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter – ein eigener Museumsblog.

„Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder“ soll Kaiser Augustus gerufen haben, als er von der verheerenden Niederlage seiner Truppen im fernen Germanien erfuhr. Sicherlich hörte er erst Tage später von dem Desaster. Damals gab es noch kein Internet und Telefon, geschweige denn Handys oder Tablets. Wir wollen mit unserem Blog die Möglichkeiten der Neuen Medien weiter nutzen und dazu beitragen jeden aktuell und möglichst schnell zu informieren. Ohne große Zeitverzögerung und mit den Möglichkeiten des WorldWideWeb – weltweit und (fast) ohne Grenzen! Dabei möchten wir auf der einen Seite über neue wissenschaftliche Erkenntnisse, neue Ausstellungen und Entwicklungen im Varusschlacht-Museum berichten. Auf der anderen Seite – und das ist vielleicht noch viel spannender – wollen wir einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen und Themen einen Raum geben, den sie sonst nicht bekommen würden.

Worauf wir uns besonders freuen? Auf Kommentare, Anregungen und Debatten.

Wir möchten uns mit dem Museumsblog Kalkriese noch ein Stück mehr öffnen, Wissenschaftler und interessierte Laien aus aller Welt an unseren Forschungen teilhaben lassen und den Kontakt mit unseren Besuchern suchen – kurz gesagt: unseren Leitspruch „Museum für alle“ auch im Digitalen leben.

Viel mehr Worte sind an dieser Stelle erstmal nicht nötig. Nach und nach wird sich dieser Blog füllen. Und wie sagte schon der römische Feldherr Julius Cäsar: Novarum rerum cupidus [Ich bin neuer Dinge begierig]. Wir auch!

von Caroline Flöring

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