Kalkriese reloaded – ein neues Forschungsprojekt
09. March 2017 | Museumsblog | 0 comments
Kalkriese reloaded – ein neues Forschungsprojekt

Kalkriese reloaded – ein neues Forschungsprojekt
Kalkriese als Ort der Varusschlacht? »Selbstverständlich«, sagen die meisten; »keinesfalls«, sagen andere; »woher will man das wissen?«, fragen wiederum Dritte. Auch wenn nach fast 30 Jahren Forschungen in Kalkriese vieles dafür spricht, dass hier der Kampf zwischen Römern und Germanen im Jahr 9 n. Chr. stattgefunden hat, sind nicht alle Zweifler überzeugt. Die historischen Schriftquellen sind in ihren Beschreibungen zu vage, als das man sie als Verlaufsprotokoll der Ereignisse und Wegbeschreibung zum Ort des Geschehens lesen kann. Was auf den einen Ort passt, passt auch auf andere. Und die Archäologie? Es gibt keinen weiteren Fundort, der Kalkriese an die Seite zu stellen ist, und zweifelsfrei hat hier eine Schlacht zwischen Römern und Germanen stattgefunden. Doch war es auch die legendäre Varusschlacht? Die archäologischen Funde – auch die Münzen – erlauben keine jahrgenaue Datierung. So können wir zwar die Jahreszeit bestimmen, in der die Schlacht stattgefunden hat, jedoch nicht in welchem Jahr. Es könnte durchaus möglich sein, dass die vor Ort ausgetragenen Kämpfe sich zwischen Arminius und Germanicus im Jahr 15 n. Chr. – also sechs Jahre nach der Varusschlacht – ereignet haben. Denn auch in diesem Jahr kam es zu schweren Kämpfen, in denen die Römer beinahe vier Legionen verloren hätten.
Bislang kreiste die Diskussion um eine Reihe von Fragen: Wie datieren die römischen Münzen den Kalkrieser Fundplatz; wie passt der Fundplatz zur historischen Überlieferung; welche Szenarien lassen sich vor Ort rekonstruieren (Hinterhalt, Plünderungen nach der Schlacht)? Vieles ist darüber deutlich geworden, vor allem die Schwierigkeiten, die archäologischen Bodenfunde und die historischen Schriftquellen in Einklang zu bringen. Wirklich gelungen ist das nicht. *