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03.09.2017 Niedersächsische Musiktage

Mittelland ist abgebrannt - Eine West-Ost-Passage, 12:30 Uhr

Daniel Ott (Konzept und Komposition), Malte Ubenauf (Konzept und Dramaturgie), Enrico Stolzenburg (Konzept und Regie), Bläserensembles der Regionen Bersenbrück, Melle und Osnabrück, Studierende des Instituts für Musik der Hochschule Osnabrück, Robyn Schulkowsky (Musikalische Leitung Percussion)
Der Schweizer Komponist Daniel Ott lauscht in die Landschaft und lässt sich von ihren Geräuschen inspirieren, denn er schreibt Musik für Landschaften, ihre Möglichkeiten und für Menschen der Region, die sie umsetzen. So entsteht ein großes gemeinsames Klangereignis. Für die Niedersächsischen Musiktage komponiert Ott ein neues Werk, das entlang des Mittellandkanals am Gelände der Varusschlacht mit regionalen Bläser und Percussion-Ensembles aufgeführt wird.

Der Komponist zu seinem Werk: "Ein Treck am Nordufer des Mittellandkanals: Musikerinnen und Musiker ziehen vorbei in einem scheinbar unendlichen Kontinuum. Sie trotten, marschieren und spielen Blechblas- und Perkussionsinstrumente in wechselnden Gruppen von ihrem Auftauchen im Westen bis zum Verschwinden im Osten. Durch diese Bewegung – für das Publikum von links nach rechts – erlebt der Zuschauer auf der Südseite des Kanals die Annäherung, das Verharren und die Entfernung eines Klangs, der die Landschaft aufnimmt und sie assoziativ erweitert. Ein Klanggeschehen in Bewegung, das sich ständig verändert, sich fortsetzt, weiter und weiter geht wie eine ewige Prozession. Die zahlreichen Mitwirkenden Profis, Laien, Musikschülerinnen und Musikschüler bilden einen langen Marsch und schaffen ein zeitlos anmutendes Bild von archaischer Kraft. Ein Menschenzug, der Nachhut ist oder Vorstoß, Abwanderung oder Rückkehr. Für die Dauer der Passage wird die Gegend am Mittellandkanal in Klang versetzt, und die darin verborgene Geschichte scheint hörbar. Frühere und laufende Kriege, Siege, Niederlagen – von heute über den Dreißigjährigen Krieg mit dem Westfälischen Frieden bis hin zur Varusschlacht, deren Gelände der Treck auf Hörweite kreuzt."

Für seine Landschaftskomposition im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage hat Ott zuvor in einem monatelangen Arbeitsprozess am Ort des Geschehens gelauscht, recherchiert und seine Ideen in Klänge übersetzt. Gemeinsam mit Malte Ubenauf (Dramaturgie) und Enrico Stolzenburg (Regie) erarbeitet Ott die Landschaftskomposition für die mitwirkenden Akteure, die alle aus den Regionen Bersenbrück, Melle und Osnabrück kommen:
Bigband der IGS Fürstenau (Bersenbrück), Bigband des Gymnasiums Bersenbrück, Blaskapelle Gesmold (Melle), Blasorchester der Musik- und Kunstschule Osnabrück (sowie weitere Schülerinnen und Schüler), Carolinger Kapelle und Caro Big Band des Gymnasiums Carolinum Osnabrück (Osnabrück), Musikverein Nortrup e.V., Posaunenchöre der Ev. luth. Martini-Kirchengemeinde Buer

Karten gibt es auf der Homepage der Niedersächsischen Musiktage, bei uns im Museum und weiteren bekannten Vorverkaufsstellen.

Veranstaltungsort: Mittellandkanal, Treffpunkt: Museum und Park Kalkriese
Weitere Informationen auf der Homepage der Niedersächsischen Musiktage.

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