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Gefahr auf See – Piraten in der Antike

Sonderausstellung vom 23. April bis 3. Oktober 2016

Es gab nie eine Zeit, in der die Seeräuberei nicht ausgeübt wurde.
Noch wird es sie geben, solange der Mensch sich nicht wandelt.

Lucius Cassius Dio (163–229), römischer Politiker und Geschichtsschreiber

Gefahr auf See – Piraten in der Antike

Mächtige Zivilisationen und prächtige Städte entstanden ab dem 2. Jahrtausend vor Christus rund um das Mittelmeer. Und das nicht von ungefähr: Dank seetüchtiger Schiffe hatte das Meer seinen Schrecken verloren und wurde zu einem florierenden Wirtschaftsraum.

Der Handel mit Rohstoffen, Lebensmitteln und Luxusgütern blühte, gleichzeitig verlagerten sich Gefahren und Konflikte auf das Wasser. Die »Piratennester« auf Kreta und in Kilikien waren berühmt und berüchtigt. Doch wie im späteren goldenen Zeitalter der Piraten waren »Gut« und »Böse« auch in der Antike nicht klar verteilt. Bei allen Konflikten rund um das Mittelmeer war der Vorwurf der Piraterie gegen politische Feinde und wirtschaftliche Konkurrenten schnell zur Hand und die Abgrenzung zwischen »ehrbaren« Kapitänen und Kaufleuten und Seeräubern nicht immer eindeutig. Erst nachdem sich Rom die Kontrolle über den gesamten Mittelmeerraum gesichert hatte, ebbte die große Piratenwelle ab.

Die Ausstellung zeichnet die Geschichte der Piraterie von der ersten Erwähnung in der antiken Mythen- und Sagenwelt bis zum Beginn der »Pax Romana« nach. Dabei präsentiert sie faszinierende archäologische Objekte und aktuelle Unterwasserfunde aus Italien. Und sie beschreibt das spannende Wechselspiel von Piraterie, Wirtschaft und Politik und lässt den einzigartigen Kulturraum des Mittelmeers der Antike lebendig werden.