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2000 Jahre Varusschlacht – ein Rückblick

Der Countdown

In Museum und Park Kalkriese wurde im Jahr 2009 das neue Besucherzentrum fertiggestellt, um dem umfänglichen Programm zu »2000 Jahre Varusschlacht« einen passenden Rahmen zu geben. Ein geräumiger Shop für die Besucherströme und eine große Ausstellungsfläche mit Platz für künftige Sonderausstellungen, Tagungen und Kongresse konnten so geschaffen werden. Neben der erfolgreichen Planung und baulichen Umsetzung des Besucherzentrums wurden überdies zwei neue Ausstellungen entwickelt. Das Konzept war das Ergebnis jahrelanger Arbeit, und von der Idee bis zur fertigen Ausstellung nahmen die Ausstellungsgestalter der neuen Dauerausstellung und Sonderausstellung KONFLIKT einige schlaflose Nächte in Kauf. Schließlich rollten in der finalen Phase vor der Eröffnung am 15. Mai 2009 täglich exklusive Exponate aus Europa in Kalkriese an.

Varusschlacht im Blick

»2000 Jahre Varusschlacht« und 20 Jahre multidisziplinäre Forschung auf dem antiken Schlachtfeld in Kalkriese – Grund genug für eine neue Dauerausstellung zum Thema Varusschlacht, die in Zusammenarbeit mit hollenbeck.plato Köln konzipiert wurde. War in der vorherigen Dauerausstellung die Spurensuche bestimmend, gilt das Interesse nun einem umfassenden Überblick zu den Forschungen und Erkenntnissen zur Varusschlacht in Kalkriese. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Hinterhalt der Germanen am Kalkrieser Berg. Mit modernen Inszenierungen und überraschenden Effekten werden die Fakten wirklichkeitsnah und spannend präsentiert. Aber die wohl wichtigste Erkenntnis der neuen Dauerausstellung ist: die Forschungen rund um die Varusschlacht in Kalkriese sind noch lange nicht zu Ende …

Die Sonderausstellung KONFLIKT

Warum herrschte nach der Varusschlacht zwischen Römern und Germanen kein Frieden? Diese Frage beleuchtete die Sonderausstellung KONFLIKT in Museum und Park Kalkriese. Im Mittelpunkt standen die Ursachen und Folgen kriegerischer Konflikte in der germanischen Welt nach den Ereignissen der Varusschlacht. Anhand von Funden aus Europa wurde schlaglichtartig der Weg der Germanen an die Spitze der Macht nachgezeichnet von der Zeitenwende bis ins 5. Jahrhundert. Die Auszeichnung der Ausstellung und der Gestalter von neo.studio Berlin mit dem international renommierten »red dot communication design award« komplettierte den Erfolg. Die Sonderausstellung war Teil des groß angelegten Ausstellungsprojektes »IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht«, das gemeinsam mit dem LWL Römermuseum in Haltern und dem Lippischen Landesmuseum in Detmold realisiert wurde.

2000 Jahre Varusschlacht – die Zeichen bleiben

Den Auftakt zu »2000 Jahre Varusschlacht« im Jahr 2009 bildete die Aktion FELDZEICHEN ZU FRIEDENSZEICHEN. Über 10.000 Bürger aus dem Osnabrücker Land haben in vielen Gemeinschaftsaktionen 2000 Friedenszeichen individuell gestaltet. Die 2000 Friedenszeichen zierten im Januar 2009 spektakulär illuminiert den Museumspark in Kalkriese.

Als Botschafter des Friedens zogen sie im Anschluss weiter und sind seitdem im ganzen Osnabrücker Land zu finden. Auch vor dem Europäischen Parlament in Straßburg und dem Deutschen Bundestag in Berlin konnten 27 Friedenszeichen, die sinnbildlich für jedes Land der Europäischen Union stehen, ihre friedliche Botschaft aussenden. Diese Zeichen stehen jetzt im Museumspark. Auch viele Prominente, wie Alfred Biolek, Götz Alsmann oder die Sängerin Nicole, haben ihr ganz persönliches Friedenszeichen geschaffen.

Das Gestaltungskonzept für die modernen Feldzeichen stammt von dem Osnabrücker Künstler Volker Johannes Trieb. Die Stelen aus Holz und Metall sind dem Erscheinungsbild römischer Feldzeichen nachempfunden und tragen vergrößerte Nachbildungen der in Kalkriese gefundenen römischen Reitermaske. Auch nach dem ereignisreichen Jahr 2009 ging die Reise der Friedenszeichen weiter. Unter dem Titel »Dem Frieden gewachsen?!« sandten 194 Stelen mit Zitaten aus den 193 Staaten der Vereinten Nationen sowie dem Vatikan während der Landesgartenschau in Bad Essen ihre friedliche Botschaft aus.

Die Friedenszeichen zur individuellen Gestaltung sind im Museumsshop erhältlich.