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Restaurierung – Konservierung

Die Varusschlacht im Osnabrücker Land gGmbH verfügt über eine eigene Restaurierungswerkstatt. So können alle Funde die während der Ausgrabungen und der Prospektion gemacht wurden fachmännisch versorgt werden.

Das beginnt damit, dass die Objekte direkt auf der Grabung bei der Bergung begutachtet werden und falls nötig, Festigungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Bei der Restaurierung von archäologischen Objekten, das sind alle Funde die im Boden lagerten, hat man mit stark verschmutzen und korrodierten Gegenständen zu tun. In Kalkriese kommt hauptsächlich die Materialgruppe der Metalle vor. Das liegt an der vorhandenen Bodenbeschaffenheit, die keine guten Erhaltungsbedingungen für organische Materialien liefert. Diese kommen höchstens in direktem Kontakt mit den Metallgegenständen vor, wie Holzreste die sich in der Tülle einer Lanzenspitze erhalten, oder Textilreste auf Münzen.

Ziel der Restaurierung ist es die alte originale Oberfläche wieder freizulegen. Dies geschieht in jedem Fall manuell mit Hilfe verschiedener Instrumente und Werkzeuge. Gearbeitet wir unter dem Binokular, damit man alle Einzelheiten genau erkennen kann. Es werden Schicht für Schicht alle Verschmutzungen und Auflagerungen entfernt. Manchmal erwartet einen sogar eine Überraschung, wenn schöne Verzierungen zu Tage treten die vorher nicht zu erkennen waren. Es kommt auch oft vor, dass Stücke zerbrochen sind. Diese werden wieder zusammengesetzt und geklebt.

Das Freilegen von Außenform, Verzierungen, Inschriften und Werkzeugspuren ist die Basis für die Arbeit der Archäologen, die einen Fund dann wissenschaftlich bewerten und einordnen können.

Neben der Restaurierung ist ein weiterer wichtiger Teil der Arbeit die Konservierung. Hierbei geht es darum den Zustand des Objektes zu stabilisieren, weiteren Schaden abzuwenden, und die ablaufenden Korrosionsprozesse zu verlangsamen. Dafür werden die Eisenfunde in einem speziellen Bad einem Entsalzungsprozess unterzogen und alle Objekte lagern in einem klimatisierten Magazin, in dem das ganze Jahr über ein konstantes Klima von 20°C und 25% relativer Luftfeuchte herrscht.

Alle Objekte, auch die kleinsten Fitzelchen, werden dokumentiert. Es werden Fotos vor und nach der Restaurierung angefertigt und jedes Objekt bekommt eine eigene Akte in der genau protokolliert wird, wann, wie und womit es behandelt wurde. Auch wird vermerkt, wann und wohin ein Objekt ausgeliehen wurde. Passiert das, wird vor Beginn der Reise ein Zustandsprotokoll angefertigt in dem jede kleine Veränderung die während der Ausleihe passiert festgehalten wird.