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Archäologie in Kalkriese

Die Entdeckungsgeschichte

Noch vor 30 Jahren hätte niemand erwartet, dass der Bramscher Ortsteil Kalkriese einmal weit über die Grenzen des Osnabrücker Landes hinaus bekannt werden könnte. Als im Herbst 1987 bei Geländeprospektionen durch einen Amateurarchäologen, Major Tony Clunn, und einer anschließenden Ausgrabung durch die Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück, unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Schlüter, ein Hortfund von 163 römischen Silbermünzen beim Wasserschloss Alt Barenaue zutage kam, wurde ein Verlust der Münzen im Jahr der Varusschlacht (9 n. Chr.) vermutet; es war jedoch nicht davon auszugehen, dass sich aus diesem kleinen Grabungsschnitt ein langjähriges archäologisches Untersuchungsprojekt entwickeln würde. Auch die Entdeckung römischer Militaria ließ einen bedeutenden kultur-historischen Hintergrund zunächst nur ahnen. Erst als 1990 bei weiteren Ausgrabungen neben interessanten Funden Reste einer Wallanlage beobachtet wurden, zeichnete sich ab, dass wir es offenbar mit Hinterlassenschaften einer Schlacht zu tun hatten. Funde und Befunde beweisen inzwischen einen unmittelbaren Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 9 n. Chr., und immer mehr Indizien sind zusammen gekommen, die darauf schließen lassen, dass hier am Rand des Wiehengebirges mindestens ein großer Teil der Varusschlacht, auch bekannt als »Schlacht im Teutoburger Wald«, entdeckt worden ist.

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