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Neue Erkenntnisse bei den Ausgrabungen in Kalkriese

Bei den Grabungen im Herbst 2017 ist das Wissenschaftlerteam aus Kalkriese und von den Universitäten Osnabrück und München auf interessante Funde, aber auch Befunde gestoßen, die zu neuen Erkenntnissen im Hinblick auf den Verlauf der Varusschlacht führen. In den Grabungsschnitten haben die Forscher eine Wallanlage mit vorgelagertem Graben lokalisiert. Schon im Sommer 2016 wurde ebenfalls in nördlicher Richtung eine Wallanschüttung gefunden, die auf den ersten Blick Rätsel aufgab. Aufgrund der neuen Ergebnisse gehen die Forscher davon aus, dass der schon vor Jahren gefundene Wallabschnitt im Süden, der Wall der bei den Grabung im letzten Jahr entdeckt wurde und die jetzt gefundenen Anschüttungen Teil einer römischen Befestigungsanlage sein könnten. Zurzeit werden die Ergebnisse ausgewertet und analysiert. 

Aus den neuen Erkenntnissen ergeben sich eine Reihe von neuen Forschungsfragen, die das Kalkrieser-Team und die Wissenschaftler der Universität Osnabrück sicherlich in den nächsten Jahren antreiben werden. Aus welcher Richtung kamen die Römer? Und wo lassen sich weitere Lager- oder Gefechtsorte ausmachen? Von wo aus haben die Germanen angegriffen und die Römer womöglich in einen Hinterhalt gelockt? Wo können neue Fundstellen ausgemacht werden und wie weit nach Osten zieht sich der Fundschleier tatsächlich? Dazu werden in den nächsten Jahren gezielt weitere Flächen großräumig untersucht. Auch weitere archäologische Ausgrabungen sind geplant – perspektivisch im 30 Quadratkilometer großen Schlachtareal – aber schon im kommenden Jahr im Museumspark, einem der Hauptkampfplätze. Für den wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Salvatore Ortisi zeigen die Forschungsergebnisse der vergangenen drei Jahre und auch die Ergebnisse aus den letzten Jahrzehnten, dass es sich hier um den Ort der Varusschlacht handelt und sich an der Datierung des Ortes nichts ändert.

Die Grabungskampagne 2017 wurde im Rahmen der Grundförderung durch den Kooperationsvertrag mit dem Land Niedersachsen und der Universität Osnabrück und dem Grabungsvertrag mit dem Landkreis Osnabrück ermöglicht. Projektbezogen haben die Stiftung der Sparkasse Osnabrück, die Varus-Gesellschaft und MBN Bau AG die diesjährige Grabung unterstützt.